Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 6 (Juni 1845)
- Date
- 1845-06-01
- Page
- Seite 231 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachbemerkung des Herausgebers. 231 dringend nöthig, um dem Jrrthum, daß man überhaupt Alles im Geiste auffaffen wolle (und zu solchem Jrrthum hatte man viele Veranlassung gegeben), vorzubeugen. Es kann daher auch nicht befriedigen, daß man die weitesten Grenzen verzeichnen mußte, damit sich hier alle Nüancen fänden. In diesem Bilde dürfte "eine Nüance, die nicht das deutsch e, sondern das religiöse Leben zur Norm macht und behauptet, „daß, wenn das geoffenbarte Gesetz in uns erstorben ist, esdeßhalb nicht todt sei, sondern die Schuld des Verkümmerns an uns liege, daher wir nicht für dasselbe erstorben sein dürfen, und ist es uns Ernst um RettungdesposttivenGlaubensfürunsereKinder, so muß auch noch auf anderm Wege als dem des Abschaffens begonnen werden", hier keine Vertretung finden: und daher auch der schwache Anklang, den der Aufruf bei ihr fand. — Daß ferner bei der gesetzten weiten Begrenzung gerade das Messiasreich so enge begrenzt wurde, muß ungemein befremden. Herr S. meint zwar, es betrifft den Glauben und nicht das Thun und Lassen. Wir gestehen ihm dieses zu und sehen von der gänzlichen Umänderung, die viele Gebete hierdurch erleiden müssen, ab; um desto mehr will uns aber bedünken, daß in Sachen des Glaubens, die weiter auf das Leben keinen Einfluß üben (denn daß auch, die ein irdisches Messtasreich erhoffen treue Ilnterthanen sind, wird von keiner Seite in Abrede gestellt), selbst eine Synode nicht beschließen kann und hier Jedem das Seinige verbleiben möge. Wollte man auf den Glauben ohne Lassen und Thun eingehen, so würde man mit tausend Dingen in's Gedränge kommen. So wäre auch z. B. in dem Aufrufe festzusetzen gewesen : „wir glauben, daß die mosaische Offenbarung die Unsterblichkeit der Seele lehre"; ein Punkt, auf dem im Judenthume viel Gewicht gelegt wird. Aber man überging dieses als unwesentlich, da, ist einmal der Glaube an Unsterblichkeit festgewurzelt, es weiter keinen Einfluß auf Thun und Lassen übt, woher er diese Wurzel ziehe, und ist dann das Fernere Sache des Gewissens, in welches auch eine Synode nicht eingreifen will: dieses war aber auch hinsichtlich des Messiasreiches zu beachten. Herr S. meint weiter, daß der im Aufrufe in Bezug auf das Messiasreich ausgesprochene Glaube dem Vereine nicht zum Vorwurfe gereiche; wir wissen aber auch nicht, ob das Gegentheil Anderen zur Unehre anzurechnen sei. Die hier ausgesprochene Hoffnung hat ihr Großartiges, es drückt sich in ihr ein Selbstständigkeitsgefühl aus, das aus dem Glauben hervorgegangen ist und an ihm festhaltend sich nicht aufgibt; sie enthält nicht allein den Wunsch nach irdischer Freiheit, sondern — und dieses ist nach Ansicht der weisesten Lehrer das hervorragende Moment — das Verlangen nach ungestörter religiöser Freiheit, nach dem unverkümmerten, durch äußere Verhältnisse nicht getrübten