Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 6 (Juni 1845)
- Date
- 1845-06-01
- Page
- Seite 229 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Offenes Schreiben an den Herr» Redacteur dieser Zeitschrift- 229 „übergeben, gebracht werden, müssen wir nicht zur Erfüllung der „göttlichen Verheißung: „mein Geist, der auf dir ist, meine Worte, die „ich in deinenMund gelegt, ste werden nicht weichen aus deinem Munde „und dem Munde deines Samens und dem Munde des Samens deines „Samens, spricht der Ewige, von jetzt bis in die Ewigkeit" (Jefaias „59,21.) beitragen; muß nicht von unserer Seite etwas gethan, etwas „nachgegeben werden, um uns unsere Kinder, unsere Jugend, unsere in's „Leben hinaustretenden und von demselben umstürmten Brüder zu erhalten?*" Nnd ich schließe in dem Bewußtsein, daß das in echter Begeisterung für unsere Religion und unsere Glaubensbrüder, für die Erhaltung der göttlichen Lehre begonnene Werk auch den göttlichen Beistand zu seiner Ausführung finden wird, gleichfalls mit Ihren Worten: „Würdige Vertretung des Gesammtwillens und der Wissenschaft, „sie werden zum Ziele führen, das Maß auffinden für Reformen, die „nicht in der Abstraktion nur leben, sondern in die Wirklichkeit übergehen; durch sie wird das Losungswort gemäßigte Reform zum „Heile und zur Förderung des Judenthums und zu dessen ewigerDauer ,,begriffen werden**." Berlin. M. Simion. Nachbemerkung des Herausgebers. Wir lassen der Gesinnung, die sich in obigem „offenen Schreiben" ausdrückt, unsere volle Anerkennung widerfahren und nehmen in ihr einen innern Drang nach religiöser Befriedigung, eine glühende Liebe für das Judenthum wahr, die, wenn sie in dem Herzen Jener, die ursprünglich den Verein bildeten und die sich ihm hernach angeschlossen, lebt und sich durch den Ausdruck der Gesinnung, das Leben, bethätigt, die Absicht , in der man zusammengetreten, keineswegs als eine tadelnswerthe zeigt. Doch da der Herr Verf. nur für sich mit Gewißheit spricht, so dürfte der Wunsch nicht ungerecht sein, daß von dem Vereine, wenigstens von denen der Aufruf ausgegangen ist, eine mit obiger übereinstimmende Erklärung erfolge, da nach unserem Dafürhalten die im v. Hefte ausgesprochenen Bedenken nichts weniger als unbegründet sind. Daß, wie Herr S. versichert, der Verein keine entwurzelnde Reform beabsichtige, muß sehr wohl thun und ist diese Versicherung geeignet, demselben viele Anhänger zu verschaffen; um so mehr aber ist zu bedauern, daß nicht der Aufruf selbst dieses deutlich ausgesprochen. „Der Wille darf * Zettschr. 1844. S. 16. ** Zettschr. 1844. S. 27.