Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-06-01 · 6 (Juni 1845) · p. Seite 226

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
6 (Juni 1845)
Date
1845-06-01
Page
Seite 226 (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2744856-2744869-2744876--0651-2745601
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

226 Offenes Schreiben an den Herrn Redacteur dieser Zeitschrift. Verdammungsurtheil über jede Reformbestrebung fällen wollen, gerecht-« fertigt zu haben*. Es bleibt mir noch übrig, einige Worte über unsere Zukunft hinzuzufügen. ' Es drängen sich uns hierbei zwei Fragen auf. Wie ist die Synode vorzubereiten und zu berufen? Und wie wird die Synode wirken? Es wird der nächste Gegenstand unserer Berathungen sein müssen, wie die Synode zu berufen und aus welchen Elementen sie zu gestalten sei. Es ist nicht zu verkennen, daß der Ausführung dieser Idee gewaltige Schwierigkeiten entgegentreten werden, die nur ein fester Wille, das erhebende Bewußtsein, für einGöttliches zu wirken, und eine feste Einigkeit zu überwinden vermögen. Vor allen Dingen ist es nothwendig, daß die Bewegung sich recht ausströme, daß von allen Seiten in unserm deutschen Vaterlande das Bedürfniß nach religiösem Fortschritt sich ausspreche und daß möglichst allgemein und von den verschiedensten Nüancen derer, welche sich zu dem Wunsche einer gemäßigten Reform bekennen, zur Berufung der Synode mitgewirkt werde. Es wird alsdann nach meinem Dafürhalten ebenso einer Vorberathung durch Volks-Deputationen als einer vorläufigen Begutachtung und Vorbereitung durch Sachverständige bedürfen. Jene Vorberathung'scheint mir deshalb erforderlich, weil weder von Berlin noch einer sonstigen einzelnen Genossenschaft die Bestimmung ausgehen kann, wie die Synode gebildet werden soll. Es müssen sämmtliche Genossenschaften, welche nah und fern sich bilden, dabei mitberathen und mitstimmen, was sich gewiß am besten durch eine Zusammentretung ausführen läßt, die von Allen, die sich mit uns verbrüdern, beschickt wird. Es wird dabei zur Sprache kommen müssen, ob die Synode nur aus Sachverständigen oder auch aus Laien. (man verzeihe diese streng genommen nicht ganz passende Scheidung) und in welchem Verhältniß zusammengesetzt sein soll. Inzwischen aber werden Sachverständige zu verschiedenen Gutachten und zu Unterstützung unserer Bestrebung aufgefordert werden müssen, Einzelne sowohl wiedieRabbinenversammlung; und wir sind überzeugt, bei allen Redlichdenkenden, besonders nachdem die Kraft der * Auf verdächtigende, entstellende und verläumdende Anfeindungen, woran et natürlich nicht fehlt, ist eine Erwiderung nutzlos und unwürdig. An der großen Anerkennung, die unser Aufruf gefunden, an der inner» Wahrheit unserer Bestrebung und an dem festen Boden, den dieselbe bereits in so kurzer Zeit gewonnen hat, scheitert das bodenlose BerdammungSgeschrei spurlos. Biele Artikel in dieser Zeitschrift find bereits eine indirecte Entgegnung auf die meisten derartigen Angriffe gegen unfern Schritt. Zn auffallendem Contrast steht auch der Artikel im Maiheste d. I. S. 190 ff. mit der Schrift: „Woher und wohin," welch« unsere Bestrebung oder vielmehr unsere Persönlichkeit, fteilich nur durch Behauptungen ohne auch nur eine» Beweis, in nicht unwitziger Weise anfeindet, nicht aber sie zu widerlegen oder zu bessern sucht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.