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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-06-01 · 6 (Juni 1845) · p. Seite 220

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
6 (Juni 1845)
Date
1845-06-01
Page
Seite 220 (sequence 22)
Language
German
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220 Offenes Schreiben an den Herrn Redacteur dieser Zeitschrift. „sich ausgenommen und eine Reform wünscht, sie vorzüglich um ihrer „Kinder'willen, die sie für das Theuerste, den Glauben, erhalten will, „wünscht, und daher der Zeitgemäßheitftn einen Einfluß gestattet*." Und 2): Welches ist der Weg, den wir zur Ausführung der Reform als den geeignetsten erkannt haben? Derselbe, welchen Sie an der angeführten wie an anderen Stellen bezeichnen: „Es soll das Volk zu „Rache gezogen werden" und „eine Synode, durch freie, vom Volke „ausgehende Wahlen beschickt" soll das Organ sein, welches die Reform auszuführen berufen wird. Wir haben also denselben Ausgangspunkt und dasselbe Ziel. Es ist leicht, dies aus dem Aufrufe nachzuweisen. Denn wir bestimmen gleich im-Elngange desselben unsern Standpunkt. Wir treten einestheils gegen ein „Thun ohne Glaube und ohne Begeisterung" und anderntheils gegen „den Jndifferentismus und den Unglauben" in die Schranken. Wir stehen also nach unserer Erklärung in der Mitte zwischen den extremen Parteien, wir reprasentiren das Volk, welches Sie als dasjenige bezeichnen, aus welchem die Reform hervorgehen soll**. Und gleich darauf enthalt unser Aufruf die Bestimmung dessen,^ was wir wollen. Wir wollen retten aus der Zerfallenheit" was in uns fort! bestehen kann, wir wollen „entsagendem, was in uns erstorben ist." Und endlich sprechen wir es aus, daß „wir nicht die Berufenen sind, die Umgestaltung auszuführen." Wir wollen erst die Zustimmung des Volks in größeren Kreisen und dann „gemeinsam eine Synode berufen***." Wie hätten wir klarer und bestimmter unsere Uebereinstimmung mit Ihrer wohl durchdachten und auf gewiß langer und redlicher Forschung beruhenden Ansicht aussprechen können? Aber, wenden Sie ein „der Wille darf sich nicht über den Glauben und das Positive und das Judenthum setzen," und Sie bedauern, „daß „so Vieles in dem Aufrufe unbestimmt gelassen, ja sogar durch manchen „Passus der Glaube rc. neutralisirt wird." 3ch muß gestehen, daß mir dieser Vorwurf nicht ganz verständlich ist. Der Wille k a n n sich nicht über den Glauben setzen. Der Glaube ist, wie ich überzeugt bin, das Ursprüngliche im Menschen, auf den der Wille ebensowohl wie die Religion sich aufbaut, und das durch Erziehung und Unterricht wohl gekräftigt oder auch abgestumpft, nicht aber hervorgebracht oder vernichtet werden kann. Die Religion vermag daher nicht den Glauben zu erzeugen, er ist die Basis, nicht ein Product * Zeitschr. 1845. S. 180. ** Zeitschr. 1845. S. 180. Vergl. 1844. S. 14.15. - *** Vergl. Zeitschr. 1844. S. 21. 22. 26. .... Zeitschr. 1845. S. 174.

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