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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-06-01 · 6 (Juni 1845) · p. Seite 214

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
6 (Juni 1845)
Date
1845-06-01
Page
Seite 214 (sequence 16)
Language
German
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214 Anforderungen des Glaubens »c. leicht eine Berücksichtigung von der Regierung erhalten könnte; denn seien auch die Gesinnungen der Regierung gegen Juden und Judenthum, welche sie wollen, und hat sie, die durch Christen vertretene, keine officielle Kenntniß von den jetzigen Bedürfnissen des Judenthumö, so wissen doch erleuchtete Staatsmänner Gradheit und Offenheit von Hinterschlüffelei und Vieldeutigkeit zu unterscheiden und danach ihr Urtheil einzurichten. Anforderungen des Glaubens und der theologischen ttHffmfchakt an den Rabbinen. (Schluß.) Der Grund eines solchen Verfahrens dürfte wohl in dem beklagenswerthen Umstande liegen, daß viele Rabbinen dermaßen Parteimänner sind, daß ihnen in dem Bestreben ihre Ansicht geltend zu machen die Wahrheitsliebe abhanden kommt. Diese Parteienwuth hat aber nicht nur die unselige Folge, daß man über das Sonderstreben einer vorgefaßten Tendenz das allgemeine Ziel: Anhänglichkeit an den Glauben überhaupt, und auf den Glauben gegründete geläuterte Moral zu verbreiten vergißt, sondern auch die, daß die Ehrfurcht, welche man den religiösen Gegenständen und den Religionsvertretern schuldig ist, aus den Augen gesetzt wird, es kaum eine religiöse Ceremonie gibt, die noch nicht unwürdigen Spott erfahren, kaum einen namhaften Rabbinen, der noch nicht herben Schmähungen und gemeiner Beschimpfung preisgegeben ist. Diese Herabwürdigung dessen, was Vielen heilig, die gegenseitige Beschimpfung derer, die schon vermöge ihrer Stellung Achtung und Liebe erheischen, sind nur geeignet zum größten Nqchtheile der Religion die Rabbinen sammt dem Glauben in den Augen der Betheiligten zum Gegenstand der Verachtung und des Ueberdrusses zu machen und den Unbetheiligten einen Scheingrund mehr zu bieten, um über einen Verfall des Judenthums zu triumphiren; während doch alle Bewegungen im Judenthume, würden sie mit Redlichkeit und religiöser Würde geleitet, °nur den Beweis liefern müßten, wie das Interesse am Judenthum in allen seinen Bekennern erwacht uyd erstarkt. Nachdem wir im Obigen (April- und Maiheft) die gerechten Anforderungen an den Rabbinen im Namen des Glaubens zu begründen versuchten, müssen wir die Ertreme nach beiden Seiten hin abweisen. Wenn Manche den neuen Rabbinen schlechtweg als Werkzeug zur Realisirung ihrer unbegränzten Wünsche und freien, den treuen Glauben an die Schrift kühn überschreitenden Ansichten betrachten; wenn sie, selbst principlos in ihren Reformwünschen, von dem Rabbinen verlangen,

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