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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-05-01 · 5 (Mai 1845) · p. Seite 195

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
Seite 195 (sequence 37)
Language
German
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Tagesbegebenheiten. 195 das Product der gereisten Erkenntniß und des vorgerückten Humanitätsinnes, der, wie man hofft, durch die neue Kirche noch weiter gefördert werden soll, so kann diesen Manifestationen wahre Hochachtung nicht versagt werden, und legen sie ein treffliches Zeuguiß von der hohen Bildung der Protestanten Deutschlands ab. Liegt ihnen aber nur ein Widerwille gegen den Katholicismus zu Grunde, wird hier nur ein Triumph über eine mit feindlichem Auge betrachtete Kirche gefeiert, in deren Mitte ein solcher Zwiespalt ausgebrochen, so bleibt es freilich nur Parteisache und verliert seinen großartigen Charakter. Wer soll nun Auskunft geben über diese Motive, die doch eigentlich in den tiefsten Falten des Herzens verborgen sind? Die Judensrage, die schon so lange in Anregung gebracht ist und noch immer ihrer Erledigung entgegensiehet. Entspringt die Theilnahme an Ronge und seiner Kirche aus der reinen Quelle der Liebe und Duldung, so Nxrd sie nicht minder bei dieser Frage der Menschheit laut werden. In Preußen sprach sie auf den Landtagen und in den Petitionen der Städte Berlin, Königsberg. Elbing, Magdeburg s. A. in solcher Weise; wo jedoch, wie nicht zu läugnen, die erste Anregung von den katholischen rheinischen Landständen ausgegangen ist. Wie weit sich Baden bei der Ronge'schen Sache betheiligt wiffen wir nicht; daß bei der Judenfrage in der badenschen Kammer dieser Quell der Liebe nicht sehr reichlich floß ist bekannt. Aber auch in Sachsen stehet ein Landtag bevor, dessen beide Hauptstädte, Dresden und Leipzig, mit der innigsten Wärme die neue Kirche befördert sehen wollen, und wo für dieselbe aus allen Orten Stimmen und Wünsche ergehen, in denen man gern jenes edle Motiv erkennt: wird es sich konsequent bleiben, werden diese Stimmen der Liebe und Duldung sich auch für die Juden, deren Angelegenheiten nach dem letzten Landtagsabschiede nun zur Sprache kommen sollen, erheben, werden die Verhandlungen den höchst betrübenden Charakter vergangener Landtage ablegen? Wahrlich Sachsen ist, will es nicht in den Augen der gebildeten Welt, will es nicht den Katholiken gegenüber sich eine nie zu tilgende Blöße geben, sich selbst diese Genugthuung schuldig. (D. Allg. Zeit.) * u * Ein Besuch bei den Karäern zu Hied, einem Städtchen am Euphrat. Das monatlich erscheinende englische Journal: Jewisch Intelligence, welches Berichte der Missionaire aus allen Weltgegenden über ihre Wirksamkeit enthalt, liefert unter den vielen, meist bloß aus salbungsvollen, dem Pietistenthume und Missionswesen eigenthümlichen Redensarten, manchmal, so wie von ungefähr, eine belehrende Notiz aus dem statistisch- 15*

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