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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-05-01 · 5 (Mai 1845) · p. Seite 183

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
Seite 183 (sequence 25)
Language
German
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Anforderungen des Glaubens rc. I8Z bei Abgeleitete für Tradition, sofern nicht ausdrücklich gesagt wird sim sates snsaas sipi, psiia, vgl. auch den Commentar 1NCS ritea zur angeführten Stelle. Der Talmud fordert nicht, daß. wir neben der traditionellen Auslegung der Schrift keine andere gelten lassen sollen; vielmehr mußte es den Rabbinen, indem sie eben das nicht ausdrücklich Gesagte abzuleiten versuchten, bekannt sein, daß ihre Ableitungen zumeist mit dem natürlichen Schriftsinn nicht übereinstimmen, nur setzten sie letztem voraus, ohne in den Deraschot auf ihn Rücksicht zu-nehmen, und darf eS daher nicht Wunder nehmen, wenn sie alles Emstes fragen: ms tos ■'jta sip ■'sm 'te '-n, indem sie neben dem einfachen Schriftsinne noch andere Andeutungen zu finden strebten, und erst wenn solche nicht möglich waren, hieß es: bis -os piste i-nin n-a-i, oder wenn der Eine eine dem einfachen Schriftfinne entsprechendere Deutung hatte: sipaps is-ffis ■<*Ma sxi*> (Traktat Sabbat f. 63), welche Ausdrücke deshalb auch selten Vorkommen; keineswegs aber war ihr exegetischer Sinn getrübt, wie aus dem oft vorkommenden ■'»Möa ■'sas sipi ssm erhellt. Auch haben die Rabbinen nie Anstand genommen, in der Exegese die Schrift unabhängig von der Tradition zu behandeln, wovon unzählige Beispiele angeführt werden könnten. Selbst der streng gläubige Abarbanel macht hiervon keine Ausnahme, und erklärt z. B. Deutron. 23, 3 ■naa gegen die Tradition „ein unehelich Geborner." Dagegen würde Jeder, der einer antitraditionellen Erklärung praktische Geltung beilegte, gegen die Anforderung des Glaubens an die Tradition verstoßen. Bekanntlich ging bssn im Kommentare zu dem Pent. in seinem Streben nach dem einfachen Wortsinne am weitesten, ja bisweilen bis zur Ilebertriebenheit. So dürfte seine Erklärung 2 Mos. 13, 9 “p te msi bildlich zu nehmen wie ^si> te brrns ■aa-'iü sonderbar erscheinen, da derselbe Ausdruck Deutr. 6, 8 neben dem buchstäblichen Gesetze onsai gebraucht wird, und außerdem die Hand eben kein Zeichen des Gedächtnisses oder der Beherzigung ist. Nichts' desto weniger verfährt er ganz in der rabbinischen Weise in seinem Commentare zu Baba Batra. Man ersieht überhaupt aus vielen Aeußerungen im Talmud und dem Verfahren der späteren bedentendern Rabbinen, wie wenig sie dem Zelotismus geneigt und wie sehr sie der Denkfreiheit ergeben waren und sie übten; wir werden daher keinen redlichen Rabbinen verketzern, wenn vierzehnten Nißan nach Mittag nichts Gesäuertes zu genießen, was R. Simon bestreitet, ingleichen manches auf der Anwendung der 13 Jnterpretationsregeln Beruhende und im Talmud nicht ausdrücklich als Tradition Bezeichnete für traditionel erklärt (S. n uniö -Dv , so zeigt sich nur, daß er sich genöthkgt fühlte, auch dem einmal allgemein in der Praris der Tradition gleich Geachteten traditionelle Geltung zuzugestehen.

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