Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 5 (Mai 1845)
- Date
- 1845-05-01
- Page
- Seite 182 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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182 Schreiben an den Hrn. Kirchenrath vr. Maier in Stuttgart. ohne Schonung tadelt und wie Sie sagen, ihre guten Absichten verkennt: verdienten nicht auch die Verstorbenen solche Berücksichtigung, dursten sie, weil sie nicht mehr sprechen, mit solcher Wegwerfung behandelt werden, hatten endlich die „Lehrer und Führer des Volkes" nicht das Gefühl vieler Tausende zu beachten? Ich bin nun mit Ihren Einwürfey zu Ende, und muß nur noch eine Nebereilung, die sich hier an Malice nähert, rügen. Sie sagen (S.20.37.), daß ich Alle, „die auf eine zeitgemäße Gestaltung der religiösen Institute dringen, alsrnsivis, als ausgeschieden aus der Gemeinde des Herrn" betrachte. Den Beweis hierfür find Sie schuldig geblieben: und kann ich nur in der oben bezeichneten ungründlichen Auffassung, da Sie sich selbst über Princip und Parteien nicht gehörig aufgeklärt und von einem nicht besonders lobenswerthen Eifer geleitet wurden, für Sie eine Entschuldigung finden. Wer im „positiven Glauben" stehet, wer in der Schrift „ einen geoffenbarten Willen Gottes " anerkennt, der ist „in der Gemeinde des Herrn" und werde „ich und die so wie ich denken," ihn, so er auf eine zeitgemäße Gestaltung dringt, wenn auch seine Ansicht von der unseligen abweicht, noch immer gern als Glauben lbruder erkennen und in seinem Verlangen, ein religiöses Sehnen, dem wir unsere Achtung nicht versagen, erblicken. F. Anforderungen -es Glaubens und der theologischen Wissenschaft an den Rabbiner. (Fortsetzung). Es ist nämlich nach genauer Einsicht ä me v5ann)> msan -®d, verglichen mit dem wasMaimonides in seiner Einleitung zu ms-nr als Tradition erklärt, ersichtlich, daß er zwar die nna an sich als traditionell betrachtet, jedoch ihre Anwendung auf einen besonder» Fall, in Betracht der vielen Streitigkeiten über w5, ip u. s. w., und daß es oft heißt «in sates snsaos snp nicht für traditionel ansehe; es sei denn, daß im Talmud kein Streit über die abgeleitete Halachah obwalte, und dieselbe auch sonst als Tradition behandelt werde, widrigenfalls zählt er solche nicht unter die rvara s^n, wie er ausdrücklich a. a. O. sagt, nicht weil er sie für minder bewährt halte, sondern weil Alles, was ein Mensch als Folge der dem Moses auf Sinai ausdrücklich gegebenen Grundregeln ableitet (m>a)> •£> nässt» misnirn;a ms» ans mnw na )a » (rnsa snn am iisaa mss, und Ware Moses selbst der Erläuterer, nicht mit gezählt werden dürfe *. Nachmanides dagegen hält alles aus der Bi- * Wenn dennoch Maimonides gegen seine Regel manche Gesetzesbestimmung, die im Talmud dem Streite unterliegt, als biblisch anführt, z. B. schon am