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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-05-01 · 5 (Mai 1845) · p. Seite 181

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
Seite 181 (sequence 23)
Language
German
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Schreibe» an den Hrn. Kirchemath Or. Maier in Stüttgart» 181 rett Aufsatze von einer Synode gesprochen. Eine Synode, sei sie auch nur. von den Gemeinden Deutschlands durch freie vom Volke ausgehenden Wahlen beschickt, würde doch wohl die Meinung des Volkes aussprechen, das sich gewiß nicht im Sinne „Achabs und seiner Zeitgenossen" äußern wird: und sollten je solche Aeußerungen ausgesprochen werden, so werden nach den hier vorgetragenen Ansichten die Rabbinen ihre Berechtigung und heilige Verpflichtung finden, „wie Elias gegen solchen Unglauben aufzutreten," so wie sie, so sie es aufrichtig mit dem Judenthum meinen, auch jedem Riß und Schisma vorzubeugen suchen werden. Es liegt also hier ein großes Gebiet zur Reform vor,' und werden wir uns, ohne daß wir mit dem Glauben brechen, dem Leben nähern. Daß es vielleicht nicht zu einer gänzlichen Ausgleichung kommen wird? Eine praktische Religion wird immer manche Trennung zwischen sich und dem Leben finden: und liegt gerade in diesem Erheben über die Zeit manche Garantie für ihre Dauer! Ich gestehe aber auch den religiösen Führern mehr noch als das „Befugniß der Todtengräber" zu: sie sollen die Religion erhalten, sollen das was der Glaube ausdrücklich verlangt und man ihm unberechtigt wegdeuteln will, mit aller ihnen zu Gebote stehenden religiösen und geistigen Kraft bewahren, sollen „der Zeitgemäßheit und der veränderten Denk- und Anschauungsweise, die Alles sich unterwerfen will," entgegentreten; sie sollenvondemGlaubenbegeistert seinundihn verbreiten, sollen sich nicht von dieser Strömung mit fortreißen-lassen, sondern in sich einen Halt finden und dem Glauben sein .Recht wieder zu verschaffen suchen. Wie sie auf Erhebung des Volkes hinarbeiten und gegen Aberglauben und Schädliches in die Schranken treten müssen, wurde schon in jenem Aufsatze besprochen; hier will ich nur noch einige Worte über Rabbinerversammlungen erwähnen. Ich habe schon früher (Juniheft) deren Ersprießlichkeit anerkannt, und sollen sie zur Verständigung der verschiedenen Ansichten, so wie zur Förderung des Glaubens beitragen. Hier ist der Ort sich ü ber Meinungen, die von der alten Auffassung abweichen, auszusprechen, die wenn sie Billigung erhalten für dasLeben, so es ihm noththut, angewendet werden mögen; hier nun sollen die Rabbiner (Gelehrten) sich für eine Synode vorbereiten. Die Oeffentlichkeit kann also hier nur Eintrag thun; und wenn man trotz der Oeffentlichkeit jede Rücksicht auf schädliche Einwirkungen aus dem Auge setzt, dann hat eine solche Versammlung ihrem Berufe durchaus nicht entsprochen. Gehen Sie nochmals bei kälterer Ueberlegung die Rabbinerprotokolle durchs und fragen Sie sich selbst, ob Sie den würdigen Ernst, die Achtung vor dem was dem Volke bis jetzt als heilig galt und einem großen Theil noch gilt, finden. Sie find aufgeregt, weil man die Lebenden

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