Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 5 (Mai 1845)
- Date
- 1845-05-01
- Page
- Seite 173 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Schreiben an den Hrn. Kirchenrath Dr. Maier Ln Stuttgart. 173 vorn herein negirt, der stehet nicht im Judenthum; für ihn kann, so hoch sonst seine Bildung und so trefflich sein Charakter, von Reformen im Judenthume nicht die Rede sein. , Bleiben wir also „bei dem geofsenbarten Willen Gottes." Will die Zeitgemäßheit sich mit ihm in Einklang setzen? Daß der Wille Gottes nb-«, rvs, am', naiv geoffenbart hat, ist dem im Judenthume Stehenden unbezweifelt, und kann, solange nicht die Schrift ausgelöscht ist, nicht in Abrede gestellt werden. Bekennen Jene, die eine Religion verlangen, „die nur innerhalb der Anforderungen der Vernunft bleibe und der Empfindung des Herzens entspreche," sich mit solcher Ausübung einverstanden,- haben sie bis jetzt daran gehalten, sind ihnen nur die späteren Erscheinungen so empfindlich? Judenthum ist Glaube, bestehet nicht in einem bloßen kalten Deismus. Hier ist nicht der Ort zu erörtern, wie dieser an sich ungenügend sei; wir bleiben beim Judenthume stehen: dieses hat Offenbarung zur Basis, hat geschriebene, geoffenbarte Gesetze. Möge man im Geiste deuten so viel man will, man kann den Buchstaben nicht ganz wegdeuten: kann wo er offen und deutlich spricht ihn nicht negiren. Und gehet diese geistige zeitgemäße Auffassung frei zu Werke? Hat sie nicht schon sich im Voraus ihr Ziel gesetzt, das Gesetz zu deuten, bis es zeitgemäß werde? Und was läßt sich nicht da deuten, wie läßt sich, wenn man den Geist der Zeit befragt, die Schrift und das Positive in ihr aus ein Nichts reduciren, können Sie mit einem Worte dann noch sogar für und andere Gebote, die ein Bundeszeichen sind und „in denen der Wille Gottes spricht," irgend einen Anhaltpunkt finden? Wie Sie doch aus meiner (wie weiter erörtert werden wird, falsch aufgefaßten) Behauptung, „daß die Reform vom Volke ausgehen muß, und der Volkswille entscheidet" so trefflich Consequenzen zu ziehen wissen und mich fragen (S. 18) : „ob, wenn mich die Vorsehung zur Zeit Achabö, wo das Volk im Götzendienste versunken war, zum Lehrer und Führer des Volks berufen hätte, ich auch den Volkswillen als normirend erkannt hätte?" und Sie vergessen, mit welchem größeren Rechte ich dieseFrage an Sie, der die Bildung und dieDenk- und Anschauungsweise der Zeit zur Richtschnur nimmt, die einfache Frage, die ich nicht aus jener weiten vergangenen Zeit herzuholen brauche, stellen kann: Wie wenn die Zeitgemäßheit einen Nihilism oder einen Pantheism auf denThron setzte, wenn die Modephilosophie anerkannte, daß der Glaube an Gott nur eine Selbstvergötterung sei, der Mensch der Inbegriff alles Göttlichen, der Mensch Gott sei) was thäten Sie? Von mir sagen Sie, „ich würde nach der Sprache, die ich gegen den Reformverein führte, mich schwerlich mit Achab und seinen Zeitgenossen einverstanden erklären" (das.): Si e müßtet; nach der Sprache, die Sie für