Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 5 (Mai 1845)
- Date
- 1845-05-01
- Page
- Seite 171 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- Cicero 1× ep/1024888
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Schreiben an de« 'Hrn. Kirchenmth vr. Maier in Swttgart.. 171. u. s. w. sollte keiner Revision bedürfen?" Ich glaube kaum, daß Sie wie der Augur bei Cicero sich des Lachens enthalten konnten, als Me die Eingeweide dieses auf den Altar der Wissenschaft niedergelegte» Opfers (denn mit solchen Gründen zu kämpfen muß Ihnen jedenfalls ein Opfer gekostet haben), überschauten. Die Rabbinervcrsammlung ist nicht zusammengekommen um Theorien zu besprechen und Codices zu verfassen, sondern um das zu geben was das Volk braucht. Was außer Gebrauch gekommen ist und wovon das Leben des Volkes nichts weiß, war hier unnöthig und überflüssig zu besprechen, und wollte wohl die Rabbinerversammlung, da. so vieles und ungeheures vorliegt, sich nicht damit befassen, hatte sie auf Theoreme gar nicht einzugehen; es sei denn man dachte wie der Lessing'sche Patriarch: Thut nichts, der Jude (hier das Judenthum) wird verbrannt. War es auf &o'> abgesehen, so hatte man bloß von einer Revision der Leviratsgesetze zu sprechen. Auf Ihre, gelinde gesagt ebenfalls von keinem besondern Nachdenken zeigende Widerlegung über Nekitat-Ehefez, Folgendes. Jedermann ist verpflichtet, nur die Wahrheit zu sagen, geschweige denn nur auf sie zu schwören. Aber der Richter, der nicht in das Innere zu schauen vermag und sich erst durch einen Eid der Wahrheit vergewissern will, will Garantie für die Wahrheit des zu leistenden Eides suchen und findet sie durch Erhöhung der Feierlichkeit des Eides. Zu dieser gehört Nekitat- Chefez, so wie auch allenthalben außer dem Judenthum Mittel zu solcher Erhöhung gesucht werden. Mit welcher Wegwerfung wurde in dieser Versammlung von Rabbinen über Nekitat-Chefez und weil „der Talmud es will" gesprochen, fand sogar ein Redner Nekitat-Ehefez antimosaisch! (Was also nicht in der Bibel stehet antimosaisch, Predigt, Gebet, Synagoge auch antimosaisch!)-Die Aeußerungen über das Gebet in hebräischer Sprache, und daß, da man so viel zu thun habe, keine Zeit für das Erlernen dieser Sprache übrig bleibe, erregten in Vielen auch außer mir einen schwer zu bekämpfenden Unwillen. — Ihre Vertheidigung des Antrages „im« ns^pn und aW> fWas zeitgemäß zu machen" ist — doch Sie sollen selbst für sich sprechen. Für letzteres rufen Sie die Mischna Succa 3, 8. zu Hülfe. Dort heißt es: "iwxa na» ani V» rvpywasa pnbib nx pm vni» trtu}n\ Ob die vor und hinter Sachsen den Talmud lesen, hier eine Zeitgemäßheit finden, und „daß schon die Edlen zu Jerusalem das Bedürfniß gefühlt haben, ihren pW» eine andere Gestalt zu geben, als sie bei uns haben" (das. S. 49), ob die Zeitgemäßheit, wie dieser Begriff aufgefaßt wird, hier zu erkennen fei, möchte ich noch bescheiden bezweifeln. Auch Ihre Berufung aufRosch Haschana3,3. pnun p nnssn 'ai für eine Zeitgemäßheit ist zu genial, als daß ich und noch Andere, die vor und hinter Sachsen den Talmud