Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 5 (Mai 1845)
- Date
- 1845-05-01
- Page
- Seite 170 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Schreiben an den Hrn. Kirchenrath vr. Maier in Stuttgart. Moabiterinnrn, und leim Spm von Tadel trifft diese Ehen." Erklären Sie uns doch, warum trifft diese Ehen kein Tadel, da es doch ausdrücklich heißt: „Kein Amoni und Moabi komme in die Versammlung des Ewigen u. s. w. bis ewig" (Deuteron. 23, 4.)! Das ''Zn» wird doch schwerlich, da eö eine talmudische Erklärung ist und sich auf -si-nv-i« stützt, vor Ihren Augen Gnade finden : wie kann also das Stillschweigen eine Billigung ausdrücken? So viele Sätze, so viele — im mildesten Sinne ausgesprochen — Uebereilungen, und fast wäre ich Ihnen gegenüber jeder fernern Verantwortung überhvben; doch will ich Ihnen noch weiter folgen und Ihre Einwürfe, aber freilich nur in der Kürze, widerlegen. Daß sich t-ftisa '■cn ttr tos nur auf Ehen zwischen Noachiden beziehe, aber nicht auf die Ehe eines Juden mit einer Nichtjüdin sagte ich (NovemberheftS. 305) sei jedem mit dem Talmud Vertrauten bekannt und behaupte es heute noch. Sie sagen, daß ich vergesse«, „daß vor und hinter Sachsen noch Leute wohnen, die den Talmud lesen können," dieses gestehe ich auch Ihnen zu, nur wollten Sie für sich in Erwägung ziehen, daß zwischen Lesen und Eingehen rin Unterschied sei. „Das französische Sanhedrin halt nun die Ehe zwischen einem Juden und einer Christin nicht für schlimmer, als die unter Christen selbst, aber auch nicht für besser als eineEhe unter Juden, die ohneChuppa und Kiduschin geschlossen wird." Sie hatten hier, da nur jene Talmudstelle zu besprechen war, die von Noachiden spricht, und Sie sich über ihre falsche Auffassung verantworten sollte», gar nicht nöthig „Christen" hereinzuziehen; und sollten Sie »ur aus dem Standpunkt des Talmuds verbleiben. Doch mögen Sie uns auch jetzt sagen, was es heißt „eine Ehe unter Juden ohne Chuppa und Kiduschin?" Paßt hier der Name Ehe? Eine ohne Chuppa und Kiduschin Ängelobte(?) ist höchstens (vgl. Shnhedrin 21 und die Commentatoren zu Maimonid. Isare Bia c. 1. §. 4); wenn nun, wie Sie selbst sage«, „eineEhe zwischen einem Juden und einer Christin nicht besser ist als eine Me unter Juden ohm Chuppa und Kiduschin," so wäre also hier nur ein niwrbv. Hingegen ist eine Ehe zwischen Nichtjuden geschloffen, nach demtoarbwa eine vollkommene Ehe: also gestehen Sie selbst ein, daß!>»a nbisa sich nur auf letztere beziehe; und halten Sie wohl dieses wenigstens hier beim Riederschreiben genau erwägen können. Nicht besser stehet eö mit Ihrer Apologie „der Revision der Ghegesetze" (S. 45 ff.) aus. „Wie, ein Ehegesetz, das dem Vater gestattet, seine dreijährige Tochter nicht bloS zu verloben, sondern auch dem ersten besten Manne zum Vollzug der Ehe zu übergeben; das die Gültigkeit ein« Ehe durch einen gefundenen Leibesfehler aufzuheben gestattet