Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 5 (Mai 1845)
- Date
- 1845-05-01
- Page
- Seite 169 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Schreiben an den Hrn. Kirchenrath Vr. Maier in Stuttgart. 169 der Schrift über Ehen mit anderen Völkern geben, und dursten Sie nicht gegen den Geist der Schrift auf eine Billigung schließen. Ich habe hier keine talmudische Autorität (lebamot 76. und die gewiß geistige Deutung yvwon is wo-ft) angeführt; und nur auf biblischem Grund und Boden, wie Sie es lieben, geforscht. Folgen wir Ihnen weiter, wie Sie das Stillschweigen der Schrift zu deuten wissen. „Moses selbst heirathete zwei Frauen und beide waren Nichtisraelitinnen (das.)." Nun was folgt hieraus? daß sie es auch blieben? Aller Wahrscheinlichkeit nach! warum sollten wir dem großen Gesetzgeber die humane Toleranz streitig machen, daß er im israelitischen Lager nicht auch Götzendienerinnen und zwar in seinen eigenen Frauen, die in seinem Zelte ihre Götzen aufstellten, werde geduldet haben; ja hierin seinem Volke werde mit Beispiel vorangegangen sein. Ihre ferner angeführten Thatsachen sind eben so schlagend; doch was sollen wir bei Ihren Folgerungen „aus Stillschweigen" verweilen, wissen Sie doch auch zu finden, wo die Schrift offen dagegen spricht. „Salomon" fahren Sie fort (S. 42) „hatte Ausländerinnen zu Frauen; und wird er auch getadelt, so geschiehst es nicht deswegen, Weil er solche Frauen geheirathet, sondern weil er sich von ihnen zum Götzendienst verleiten ließ." Schlagen Wir die Schrift auf, und wir gewahren wieder eine Probe des besonnenen Eingehens. I. Kön. C. 11. V. 1.2. „Und der König Salomon „liebte viele ausländische Frauen neben der Tochter Pharaos: Moabi- „terinnen, Ammoniterinnen, Edomiterinnen, Sidonierinnen, Chrttinnen, „von den Völkern, von denen der Ewige gesprochen zu den Kindern „Israel: Ihr sollet nicht kommen unter sie und sie nicht unter euch; sie „würden euer Herz nach ihren Göttern neigen; an diesen hing Salo- „mon mit Liebe." Spricht stch also hier nicht der Tadel gegen Salomon aus, weil er diese Ausländerinnen geheirathet, mußte sich nicht ein solcher Tadel aussprechen, da unter diesen Frauen Ehittinnen waren, die doch zu den sieben canaanitischen Völkern gehören? Ich enthalte mich auch hier jeder fernern Bemerkung; und füge nur hinzu, hätten Sie aufrichtig im Geiste derSchrift geforscht, so würden Sie gerade gefunden haben, daß hier die Schrift die Ehe mit Ausländerinnen überhaupt, auch jenen die nicht von den sieben Völkern sind, so sie bei ihrem Götzendienst verbleiben, verwirft. Denn nachdem V. 11 begonnen wird, „Salomon liebte ff. Moabiterinnen, Ammoniterinnen u.s.w." sagt V. 12 „von den Völkern, von denen u. s. w.," welches wie die einfache Exegese sagt (vgl. Kimchi das.), auf den ganzen vorhergehenden Vers zurückzubeziehen ist. — Folgen wir Ihnen noch in einem Argument der „Billigung aus Stillschweigen." „Machlon und Chiljon," sagen sie (S. 41), „die Söhne Elimelechs und der Naami heirathetcn