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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-05-01 · 5 (Mai 1845) · p. Seite 164

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
Seite 164 (sequence 6)
Language
German
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164 Schreiben an den Hr». Kirchenrath vr. Maier in Stnttgart. na nstro rnirn» nna Stützen im geschriebenen Gesetze zu suchen, und wo man diese nicht finden konnte, wurden die Ceremonien und Gewohnheiten als äabn betrachtet: und dieses Alles soll (das.) schon vor den Zeiten der Maccabäer in dieser Weise gewesen sein." Was Sie doch zu referiren wissen, mit welchem Scharfblick Sie nicht nur Geheimnisse aufdecken wo die Geschichte wenig spricht, sondern wo sie sogar schweigt oder gerade das Gegentheil sagt! Von Ihrem Standpunkt aus durften Sie doch gewiß die schon von Zunz angeführte Tosefta Synhedrin c. 7., nach der diese nna sich erst successtv und durch Hillel herausgebildet haben, nicht ignoriren. Sie wissen ferner mit Bestimmtheit anzugeben, daß man schon zu jener Zeit „für diese Gebrauche und Lehren Stützen im geschriebenen Gesetze gesucht" obschon uns kein einziger Satz mit einem -mauio aus jener Zeit erhalten ist. Sie finden sich schnell ab mit der »ahn und meinen, man hätte sie nur zur Noth herbeigerufen, wo jene Andeutungen nicht auslangten. Hat Sie von einer Seite ein richtiger Tact geleitet, daß Sie in jenen Andeutungen nur Stützen sahen, so hatten Sie auch die aabn, wozu Maimonides in seiner Vorrede zu 8er»im Sie leicht hätte leiten können, besser würdigen sollen, und durften Sie nicht durch das abentheuerlichste Hpsteroproteron die spätere Zeit mit der frühern, und ein nb ■mw oder ni> ■mas nna^n mit der eigentlichen aaVn verwechseln. Sie bringen nun weiter Ideen vor, die zwar Ihnen nicht angehören; und wenn sie nicht Ihren Gewährsmann nennen, so soll von meiner Seite Sie deßhalb kein Tadel treffen: aber zu bedauern ist, wie Sie so blindlings auf diese Worte schwuren. „Selbst der Untergang des Staates änderte hieran nichts, erzählen Sie, und statt daß bei einem andern Volke eine solche Katastrophe eine Aenderung aller religiösen und bürgerlichen Verhältnisse bewirkt hätte, wurden die Juden wenig oder gar nicht davon berührt." Haben Sie genau bedacht, was Sie schrieben? Eine Umänderung aller religiösen Verhältnisse hätte die Katastrophe hervorbringen sollen, weil Gott sie fortgeschickt, darum sojllten sie ihm den Valetbrief schreiben? Etwa nach jenem Spruche: tan tnaaia nas Hite nt \9 nrinöi atio ntoa maiaio nmt? lind wer hatte diese Beftlgniß aufzuheben gegeben, mit welchem Rechte konnte man die religiösen Verhältnisse ändern? Sollte man die Speisegesetze, den Sabbat, die Beschneidung und was man sonst jetzt geistig aufzufassen weiß, aufheben, und dieses Alles gerade weil derStaat untergegangen war? Wären nicht die Juden das verächtlichste Volk auf Erden gewesen, wenn sie mit dem Staate sich selbst aufgegeben, wenn sie, weil die Römer sie besiegt, sich auch für geistig besiegt gehalten und ihren religiösen Verhältnissen abgesagt hätten? Auch bei einem andern Volk, das Bewußtsein

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