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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-05-01 · 5 (Mai 1845) · p. Seite 163

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
Seite 163 (sequence 5)
Language
German
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Schreiben an den Hrn. Klrchenraih vr. Maier in Stuttgart. 163 rung und der Widerstand jener Zeit als Fanatismus, als Schwärmerei ' von dem fanatischen Mathatias und seinen Söhnen noch mehr angeregt, erscheinen; und wie groß stehet diesen gegenüber Jason und seine Partei, die aus der jüdischen und werkheiligen Jsokirungherausgehend sich dem Griechenkhum und der zeitweiligen Aufklärung in die Arme warf! Sie wissen noch weiter (das.)zu erzählen, „wie die Regel derMänner der großen Synagoge befolgt wurde, Umzäunungen entstanden ff., die Fasttage vermehrt wurden, und der Heiligenschein desto größer war, je weiter Jemand darin ging und je ängstlicher und genauer er Alles dieses beobachtete." Wahrlich, wenn man Ihnen zuhört, sollte man meinen, das ganze Judenthum sei nur eine Ascetik und seine Lehren aus dem Munde frommer weltscheuer Einfiedler zusammengefloffen. Wo finden Sie eine Bestätigung, daß die Fasttage bis zur Zerstörung des zweiten Tempels vermehrt wurden (Zachar.8,9. und Rosch Haschanal8t> sagen gerade Vas Gegentheil), welche Duelle eröffnete sich Ihnen, daß Sie die große Entdeckung des Heiligenscheins machten? Finden Sie im ganzen Judenthum etwas von einem Einflüsse der Heiligkeit und daß durch sie ein Autor höheres Ansehen erlangt, finden Sie eine Heiligsprechung, die Jemanden „wegen feiner ängstlichen und genauen Beobachtung aller Gebräuche und Ceremonien" zu Theil wurde, können Sie eine solche absonderliche Einwirkung Nachweisen? Fast sollte man vermuthen, Sie haben hier die Kirchengefchichte im Auge gehabt, haben Ihnen ein Simon Stilites und Genossen vorgeschwebt. Selbst die Effaer, deren Einfluß auf die Gestaltung des Judenthums wir noch überdieß nicht zu bestimmen vermögen, werden nicht als Autoritäten, die durch ihre Heiligkeit einen Ausspruch fanctkonirten, angeführt; und wie wenig man auf diesen Begriff einging, wie er überhaupt dem Judenthum ein fremdartiger war, hätte Ihnen sowohl die Deutung, die man dem «rnpn bei rnirn S joujirt (Schabbat 118) und dem erwip im pa (Pesachim 104) gab, sagen müssen, als der unbedeutende von keinem Einfluß zeigende Werth, den man auf das txamp nbnp oder s-mmp ms (Berachot 9. Beza 27. jer. Nasser Sehen! 6.) legte. Uebrigens hätten Sie auch die Rücksicht, daß framana nrLn, die in der Regel die •pV'p» sind, kehren sollen, daß die Erschwerungen nicht den Heiligenschein gaben, und Sie hätten durch einen leichten Rückschluß auch dahin gelangen können, daß sie auch in der früher» Zeit nicht die Basis und den Heiligenschein gebildet. Sie haben nun glücklich „den Ursprung des Pharisäismus" (Ihre Worte das. für das rabbinische Judenthum) entdeckt, und erzählen uns weiter (das.), „wie man, als später gelehrte Schulen entstanden, es sich zur Aufgabe machte, für diese Gebräuche und Lehren durch 13*

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