Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 4 (April 1845)
- Date
- 1845-04-01
- Page
- Seite 153 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine theologische Bibliographie. * 153 schreibt in der Vorrede: „equidem prae ceteris libri yitia agnosco, quibus nonnulla versionis latinae non semper cum elegantia confectae errata adnumeranda sunt.“ D. h., er entschuldigt sich, daß die in seinem Buche enthaltene lateinische Uebersetzung zuweilen wenig elegant sei, und hat schon früher gebeten, man möchte bei einem etwanigen Urcheile Nachsicht üben. Weil aber Charlatanerie keine Nachsicht verdient, so muß ich verrathen, daß Herr Corve die lateinische Uebersetzung gar nicht selbst gemacht, sondern sie nur aus schon eristirenden Uebersetzungen, meist ohne sie irgendwo überhaupt zu nennen, wörtlich abgeschrieben hat. Ich bin wirklich zweifelhaft geworden, darüber, was mehr an diesem Pseudo-Verfasser zu bewundern sei, der Muth, ein solches Buch herauszugeben, die Schlauheit, mit der in der Vorrede die Worte gestellt und das ganze Nichts zu Etwas gemacht wird, oder die Unwissenheit, zu glauben, daß solches ungerügt bleiben könne. Das Buch verdient in keiner Beziehung eine ernste Kritik; über Charlatanerie dieser Größe kann man sich nur ärgern oder lachen. Von Historikern gibt der Vers, eine Stelle aus Schewet Jehuda, und schreibt die Uebersetzung des Gentius dabei so wörtlich aus, als der Begriff es gestattet; Gentius ist bekannt durch seine allzukünstliche Eleganz, die dem Geiste des Originals geschadet (cf. Wolf, bibl. hebr. 1.1052. de Rossi Dizion. storico. II. 158.). Für ihn braucht also Corve den Mangel an Eleganz nicht zu entschuldigen, aber um so mehr hat er das für die Unwissenschaftlichkeit nothwendig, mit der er diese Uebersetzung noch heute, wenn auch als eigenes Produkt, an vas Licht zu bringen wagt. Seine Einleitung, ohne alle wissenschaftliche Farbe und Werth, kennt de Rosst nicht, also auch nicht die Vermuthung dieses, daß die portugisische Uebersetzung, welche Gentius, und nach ihm Wolf citiren (Wolf. bibl. hebr. I. 1051.), identisch mit der spanischen sei (viz. 8tor. II. 150. ed. Hamb. p. 327. Ueber span. Uebers. cf. Wolf. III. 1087.), die er gar nicht kennt. Daß dabei an eine Verbesserung der von Gentius etwa falsch geschriebenen Ort- und Ländernamen nicht zu denken sei, läßt sich erwarten *). *) Es ist nicht ohne Interesse, über die Schreibweise des Namens, den der Verfasser des '"W naü) tragt. Etwas zu sagen. Virga war gewöhnlicher. Nachdem ihn Gentius so schrieb und die meisten Aelteren, auch Wolf (bibl. hebr. I. 1051. wo er zwei andere Schreibarten verbessert, II. 1073. 1076; III. 1037. cf. IV. 983.) haben ihn von den Neuern Zunz (in der Zeitschrift p. 134.), Jost (Geschichte der Israeliten. F. 401.), natürlich auch Beugnot (les Jnifs d’Occident. p. 197. not. 2.), und auch Zedner (Auswahl hist. Stücke, p. 96.) in dieser Form, wahrend mit größerem Rechte de Rossi (vir. stör. sud. voce.; auch aus Cod. Rossi. 1367. [Mss. descr. Cod. III. p. 157.], wo er von Joseph Verga handelt, kann man das sehen) schon langst Verga hat, dem nun Zunz (on the geogr. lit. of the Jews in Ashers Benj. of Tiidela. II. p. 268. Salomon Aben Verga) gefolgt ist. Daß es Verga heißen müsse, verlangt die spanische Frankel, Zeitschrift II. 12