Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 4 (April 1845)
- Date
- 1845-04-01
- Page
- Seite 145 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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TagesbegebenhelLen. 145 iDitrf für die jüdischen Culturangelegenheiten bearbeiten sotten. Die Herren vr. Dr. Zunz und Rubo, ferner der Gemeindevorsteher Herr Muhr zu Berlin bilden diese Commission, und die Namen dieser an Einsicht, Bildung und aufrichtigem Sinne hervorragenden Männer genügt, um die Juden Preußens mit den besten Hoffnungen für ihre confesstonelte Stellung im Staate zu erfüllen. Auch Herr vr. Rubo wird von der atzenden Auffassung der Amtsthätigkeit des Rabbinen (wie der bekannte Gesetzentwurf und die letzte Schrift Rubo's es ausspricht, vergl. den Artikel im Septemberhefte v.J. dieser Zeitschrift, dem nächstens ein andererArtikel folgen wird) zurückgekommen sein, und wird er den Rabbiner nicht als supernumerarisches bedeutungsloses Mitglied des Vorstandes und daß er ohne Weiteres von dem Vorstande und den Repräsentanten entlassen werden kann, Hinstetten. Rubo wird hoffentlich durch seinen gelehrten Kollegen vr. Zunz und den erfahrnen Muhr bald einen richtigeren Einblick in die, wie es scheint, von ihm nicht genugsam gekannten religiösen Verhältnisse der Juden gewinnen und von seiner verfehlten Auffaffung, wie es dem redlichen Manne ziemt, gern abgehen. * * * Sir M. Montefiore ist zum Obersheriff gewählt und von dem Toryministerium bestätigt worden. Dieser Umstand ist, was Montefiore anbelangt, gerade nicht sehr bedeutend: der Mann steht nach seinem Lnnern Werthe hoch über Sheriff- und Friedensrichterwürden; seine Reisen nach Palästina, seine Thatigkeit bei den Vorfällen zu Damaskus, seine großartige Spende an die Unglücklichen zu Mogador sprechen lauter^ von ihm als je Titel und Veamtung es vermögen. Aber wir erblicken hier ein Zeichen, wie auch die zähen Tories endlich dem Einflüsse der Zeit nachzugeben gezwungen sind: wie auch ein Wellington einsehen muß das Ungerechte des vor einigen Jahren von ihm im Oberhause ausgesprochenen, obschon aufrichtigen Bekenntnisses, „daß zwar gegen die Emancipation der Juden an sich nichts einzuwenden sei, und er nur das größte Lob den bei Waterloo mitkämpfenden jüdischen Kriegern ertheilen müsse, aber die Gesetzgebung könne, ohne in ihrem Innersten erschüttert zu werden, nicht von der vorgezeichneten Bahn abgehen." Sie ist durch den Drang der Umstände davon adgegangey und hat die Katholiken emancipirt; sie ist davon abgegangen, Altengland emancipirt auswärtige Produkte und läßt einen großen Theil der Zölle fallen: wird es gegen den Juden allein bei seiner inkonsequenten Konsequenz verharrend — Wenn wir nun aber zu dem Individuum zurückkehren, so gibt es eine doppelte Befriedigung, daß Montefiore, der nicht etwa nur dem Namen nach, sondern durch und durch Jude ist, diese Anerkennung