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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-04-01 · 4 (April 1845) · p. Seite 139

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
4 (April 1845)
Date
1845-04-01
Page
Seite 139 (sequence 21)
Language
German
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Die politische Legitimität re. 139 heit um ihre ganze innere Wahrheit zu bringen, Gefahr laust. Mir will es scheinen, als wenn eben dieß Prinzip, das als ein Hauptmoment im N. T. Geltung gefunden, diesem unendlichen Nachtheil gebracht und seinem „Reiche von jener Welt" von vorn herein ein mächtiges Dementi »nitgetheilt habe. Doch wollten wir dieß lieber denen, die es angeht, überlassen, und vor der eigenen Thüre kehren, damit Vorhof und Tempel rein erhalten werden. Anforderungen des Glaubens und der theologischen tchatt an den Rabbiner. Noch nie war wohl die Bedeutung der Rabbiner für die Lebensfragen des Judenthums von größerem Einflüsse, noch nie ihre Thätigkeit nach der einen oder der anderen Richtung hin von größerer Wichtigkeit und Folge, als in der Gegenwart. Nie aber war, eben wegen des selbstthatigen Eingreifens der Rabbiner in die Gestaltung des Judenthums, ihre Stellung schwieriger, undankbarer, ihr Verhältniß zu den Gemeinden und zu einander, insofern sie abweichender Religionsansichten sind, peinlicher, ihr Ansehen und das Vertrauen zu ihnen schwankender, als in unserer von den verschiedenartigsten Elementen Zählenden, von den schroffsten Gegensätzen in Parteiungen gespaltenen Zeit; in Parteiungen, die eben, weil sie noch in der Gährung begriffen sind, zu ihrem eignen Nachtheile mit schonungsloser Bitterkeit einander gegenüberstehen und sich noch nicht zu einem ruhigen, rein wissenschaftlichen Meinungsstreite verstehen wollen. Je lobenswerther aber das lebhafte Interesse an der Religion ist, das bei allen Parteien in diesem Streite sich bekundet, und je ehrenwerther der Kampf, dem redliche, wenn auch im Jrrthume befangene Absicht zu Grunde liegt: um so mehr ist Schonung und Nachsicht im Streite anzuempfehlen, wozu schon das Bewußtsein der Ohnmacht, das zu bekämpfende Nebel völlig zu heben und einen Alle befriedigenden sicheren Ausweg zu finden, alle Rabbiner auffordert. Nachstchtslose Strenge, ja Bloßstellung ist dagegen nur der offenkundigen Unredlichkeit gegenüber am Orte. Durch gegenseitige Eifer- und Verkleinerungssucht, durch Verdächtigung und Insinuation wird Nichts erzielt, als die leider schon zum Theil eintretende Herabwürdigung und Mißachtung des Rabbinenthums und die Vereitelung der Hoffnung, daß das neu erblühendeRabbinerwesen mit derBildungund aufgeklärten Gesinnung auch Religiosität, Frieden und Segen in Israel bringen werde. 11*

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