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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-04-01 · 4 (April 1845) · p. Seite 138

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
4 (April 1845)
Date
1845-04-01
Page
Seite 138 (sequence 20)
Language
German
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138 v Die politische Legitimität k. und geistige Unwürdigkeit nach der orientalisch-heidnischen Kasteneintheilung ist begreiflich zugleich eine eben so triftige Verneinung der angeborenen Suprematie, mithin ein Absagebrief gegen die Legitimität, also der Ehre in aufsteigender, wie die der Nnehre in absteigender Linie. (Vergl. Meditationen von Steinheim, Altona 1841, und Mendelssohn und seine Schule, Hamburg 1840, von demselben, p. 101 ff.) Nachträgliches. Was in der großen, weiten Gottes-Natur die Harmonie, das ist in dem tiefen und heiligen Gottesworte seine durchherrschende Consequenz. Vom A bis zum £1 findet sich kein Gedanke, keine Anordnung, kein Gebot und kein Wort, das nicht auf die endliche Erfüllung des verheißenen Tages höherer geistiger Vollendung des Menschengeschlechts abzweckte. In dieser durchherrschenden Tendenz einen Widerspruch, eine Anordnung statuiren, die diesem großen Endzwecke widerspräche, hieße das leitende Prinzip der Vorsehung mißkennen und verleugnen. Ist nun aber in der Idee eines endlichen Gottesreiches, einer allwaltenden Vernunft und Gerechtigkeit auf Erden, der endliche Sieg des Geistes über die Materie, als die Messianische Zukunft, enthalten, so müßte nothwendig die Vorstellung, daff dieser Geist dennoch an die gesetzmäßig-natürlichen Hergänge, welchen die Thierwelt untergeben ist, immerfort gebunden sei, das s. g. legitime Prinzip, also eine Messiaswürde deßhalb, weil man irgendwoher seinen Stammbaum ableitet, einen Widerspruch gegen die genannte Grundidee enthalten. Somit hatte man nur zwischen zwei Fällen zu wählen: entweder man setzt die Messtasidee nach ber Verheißung eines endlichen Gottesstaateö, dann ist der Stammbaum eine gleichgültige Sache und die Vorstellung seiner Nothwendigkeit geradezu eine Verleugnung der Verheißung, oder man will das legitime Prinzip im Mesffas als Hauptmoment geltend machen, so ist nicht abzusehen, weßhalb dieses Prinzip nicht eben sowohl in anderen Sphären gelten sollte, und dann haben wir das alte Vorurtheil der Race und der Präponderanz des animalischen Gesetzes, das altastatisch-heidnische Kastenwesen, und die heilige Prophetie ist zu Grunde gerichtet. Diese in der Natur der Begriffe begründete strenge Consequenz dürfte mit einem Schlage alle jenen nachdavidischen Vorstellungen gemischter Art eines Gottesreiches (einer unbedingten Theokratie) mit einem Königreiche (einer Monokratie und also eines Abfalles von Gott), in ihrer eigenthümlichen Nichtigkeit darstellen und damit aufheben. Denn hier finden sich contradictorische Gegensätze in Eins verknüpft, und man kann es nur als eine Folge mangelhafter Erkenntniß der Offenbarungsidee ansehen, daß Mehrere auch diesen Widerspruch dem reinen Worte der Offenbarung unterschieben wollten, da man sie doch durch diese vermeintliche neue Vollkommen-

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