Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 4 (April 1845)
- Date
- 1845-04-01
- Page
- Seite 136 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Dir politische Legitimität rc. wurde mit der höchsten Consequenz als ein Abfall von dem Lebensprinzipe des israelitische« Hirtenstammes verbannt/ selbst dann noch/ als sich sein Beruf in den. eines Ackerbautreibenden uingewandelt hatte. Aus diesem innerlichen Widerspruche so nothwendig auch dieß. Mustervoll' und Paradigma für alle Völker der Erde zu werden berufen war — fließt nun ganz natürlich die wahre Bedeutung des - von, den damaligen Aeltesten in Israel dem Propheten Samuel abgetrotzten Königthumes, mitseiner bürgerlichen Gesetzmäßigkeit, dem Legitimitätsprinzip. Das Königthum Israels war die natürliche Consequenz des Ackerbauprinzips, aber zugleich; auch der tiefste und unheilbarste Abfall vonseiner eigentlichen Lebensidee des Monotheismus und der. Theokratie, -der. unabweichbaren Wage in den prinzipiellen. Polytheismus mit allen seinen entsetzlichen Consequenzen. Hatte nun Samuel seinen bornirten derzeitigen Aeltesten die Sache in ihrer tiefen Wahrheit vorgestellt,'indem er ihnen das Wort Gottes- „sie haben nicht dich, mich haben sie verworfen", wiederholt Hütte: so würde kein einziger von ihnen seine Rede verstanden .haben.' Sie würden höchstwahrscheinlich geglaubt haben,/ Samuel seialterschwach und unklug geworden. Denn die Aeltesten hatten es schon damals so an sich, sich allein für weise zu halten, und das, was sie nicht verstanden, für Thorheit. Deshalb hat der einsichtsvolle Prophet einen passenden Weg eingeschlagen, indem er ihnen das bisher noch uncenstrte berühmte Königsgefetz vorlegte (1. Samuel Cap. 8. v-11 ff.). . Wundern muß man sich aber nicht, daß sich schon im Unternehmen, einem agrarischen Volke eine Theokratie zu verleihen, eine Gewalt herausstellte, daß ein Wider sch r u ch zwischen der innern Bestimmung Israels und seinem unsterblichen Berufe zum Landbauer enthalten ist. Dmn sagen, wir es nur gerade heraus—- dieser Widerspruch ist nur ein, von einem.höhern entfernter liegenden abgeleiteter.- Der Widerspruch eines agrarischen Volkes mit nomadischer Theokratie ist tiefer begründet in dem allerersten Widerspxuche zwischen Freiheit und Mothwendigkeit, Gnade und Gesetz,/Sittlichkeit und Natürlichkeit, Geist und Materie.- Die Offenbarungslehre hat eben so sehr, und noch früher,-bevor sie zur Beherrschung einer größeren Gemeinschaft gelangteeine Gewalt zu üben über das natürliche Denken und Thun des Menschen. Sie halt sich auf der Seite des geistig-sittlichen Wesens, während das Naturgemäße, das dem Gesetz Gemäße, sich auf der physisch-legitimen Seite hält. Das Wesenhafte des Letzten besteht in der Vorstellung, daß. auch das geistig Bevorzugte ein Product des physischen Actes, eine Folge der natürlichen Fortpflanzung, eine Erbschaft von den