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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-04-01 · 4 (April 1845) · p. Seite 133

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
4 (April 1845)
Date
1845-04-01
Page
Seite 133 (sequence 15)
Language
German
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Die politische Legitimität re. 133 gyptens, dem wilden ruchlosen Tanze um den Stiergott, den Aaron gegossen, beigelegt wird, denn noch heute wird in allen Bethaufern Israels dieser Abtrünnigkeit halber um Gnade und Vergebung gebeten, und noch heute erfüllt des Frommen Herz ein Abscheu, ein tiefer Schauder, wenn an jenem Tage der Versöhnung dieses Gräuels gedacht wird. Warum aber, da doch dieser Abfall in der Wüste bald überwunden ward, und da bald nach dem Abthunjenes Götzendienstes Alles wieder in seine vorige Ordnung zurückkehrte*), wird dieser so tief gefühlt und noch diesen Tag mit wahrem Ernste beklagt: da doch der zweite, der Abfall von Gott zum Königthum, nicht sowohl mit Gleichgültigkeit betrachtet, als vielmehr, in seinem Uebergange auf das Haus Israel, als ein gedeihliches Ercigiuß, selbst als ein Glaubensärtikel in die Dogmatik des Judenthums übergehen und sanctionirt werden konnte? , War das Begehren des Volkes kein Verwerfen Gottes: warum erklärte es Gott selbst dafür? War es hingegen ein Verbrechen, jenem in der Wüste zu vergleichen, wie konnte dann dieser Götzendienst jemals zu solchen Ehren gelangen? Wenn wir, um diesem Dilemma zu entrinnen, irgend Einen der Orthodoren fragen, so wüßte ich kaum, wie er anders sich aus der Verlegenheit retten könnte, als indem er den Ausspruch Gottes durch den Mund eines seiner größten Diener und Propheten, Samuels, für übertrieben ausgäbe. Denn also wills der späterhin zu einem politisch-religiösen Dogma ausgebildete Messiasglaube**). Wir wollen indessen *) Dürste bei aller Hochachtung gegen den gelehrten Herr» Vers, sehr zu bezweifeln sein. Es bewährte sich vielmehr, daß Jene, welche erst einige Tage vorher aus dem Munde Gottes die Lehre derGotteseinheitvernommen undungenommen nnd durch diesen schnöden Abfall sich selbst Lügen straften, für diese ewige Wahrheit nicht empfänglich seien und die Gottesidee in ihrem-Innern nicht Wurzel schlagen werde, Der weitere Götzendienst unter Richtern und Königen war nur die na? türliche Fortsetzung dieser ersten Abtrünnigkeit. F. , **) Im Messias wird nicht der König und gewaltige Herrscher, sondern der Lehrer und Verbreiter des Glaubens und der Wahrheit erhofft und erbeten, unter dem in Erfüllung gehe: „an diesem Tage wird sein der Ewige einzig nnd sein Raine einzig." Es ist eigentlich die durch den-Messias herbeizuführende Zeit, „wo die Erde voll sein wird von.Gotterkenytmß ", die erhofft und erbeten wird: die materielle Macht, die Herrschaft, der Sieg des monarchischen Princips, im Hause David reprasentirt, ist wahrlich nie das Ziel der Wünsche gewesen: „zwischen jetzt und der Zeit des Messias waltet materiell nur der Unterschied» daß der äußere Druck aufhören werde", sagt schon ein talmudischcr Autor, und ist hierüber ausführlich zu vergleichen iVlaimoa. sie Reg. cap. ultim. — Wenn die Propheten auf den Messias hinweisend ihn einen König aus dem Hause David nennen, so wollen auch sie nicht einen absoluten Herrscher bezeichnen und war ihr Ideal, wie es sich bei ihnen vielfach abspiegelt, zu hoch, als daß in

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