Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 4 (April 1845)
- Date
- 1845-04-01
- Page
- Seite 132 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Die politische Legitimität k. Wüste mit dem goldenen Kalbe. Das Volk Israel fiel von seiner eignen Idee ab, wurde in sich krank, indem es zu seinem eigentlichen Lebensprinzipe, dem theokratischen, ein heidnisch-politisches fügte, dessen Folgen noch bis auf den heutigen Tag sein und aller Völker, die im Laufe der Zeiten seine Gottesidee in sich aufnahmen, Unheil und Verderben werden sollte. Um aber die Weite der Distanz zwischen Heidenthum und Offenbarung genau auszumessen, und aus ihr die Größe des Abfalls und die Wahrheit des einen folgenden. Ausspruches im ersten Buche Samuel ganz zu erkennen, wollen wir einmal beiderlei Ideen mit einander vergleichen, indem wir sie auf ihren einfachen Ausdruck und wirklichen. Werth zurückführen. In diesem Kapitel heißt es nämlich weiter: „das gefiel Samuel übel, daß sie sagten, gib uns einen König, der uns richte. Und Samuel betete vor dem Herrn. Der Herr aber sprach zu Samuel: gehorche der Stimme des Volkes in Allem, das sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich,- sondern mich verworfen, daß ich nicht soll König über sie sein. Sie thun dir, wie sie immer gethan haben von dem Tage an, da ich sie aus Aegypten geführt, bis auf diesen Tag, und haben mich verlassen und anderen Göttern gedienet." Offenbar wird an diesem Orte das Königsthum in Israel als ein Verwerfen Gottes und als Abfall bezeichnet, zugleich auch auf jenen großen Götzendienst in der Wüste hingewiesen, und dieser mit jenem verglichen und auf einerlei Bedeutsamkeit geschätzt. Königsthum in Israel gilt, oder galt demnach vor Gott gleich dem entsetzlichen Abfall und Verfall im Götzendienst. Das ist klar und ka,nn keinem Zweifel, keiner Widerrede unterworfen sein. Allein ist dieses Urtheil vielleicht auch zu hart, und wäre es doch wohl der sichtlichen Verstimmung Samuels beizumessen, daß er diesem Thun in Israel eine so schwere, eine so schmähliche BedeutUng gab? Diese Ansicht ließe sich allerdings aus dem unbeugsamen Charakter des Propheten wahrscheinlich machen, und der Text selbst gibt nur zu sehr Veranlassung dazu. Denn da wird uns erzählt, Samuel habe vor Gott gebetet, als die Aeltesten ihm solche Vorschläge gemacht, und da habe ihm Gott zur Antwort gegeben, nicht er (Samuel) habe sich zu beschweren, sondern Gott selbst. Der Riß gehe tiefer, als daß er für einen bloßen Undank gegen die Verdienste Samuels angesehen werden dürfe. Es sei nichts Geringeres als ein Abfall von Gott, und nur dem M vergleichen, der vor Zeiten in der Wüste vorgesallen war. Wir Alle aber wissen, welche Bedeutung jenem Götzendienste Ae-