Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-04-01 · 4 (April 1845) · p. Seite 129

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
4 (April 1845)
Date
1845-04-01
Page
Seite 129 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2744856-2744869-2744874--0548-2745496
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Sabbat- 129 Himmel und Erde schuf, am siebenten aber von feinem Werke abließ, und ein Wohlgefallen äußerte. So glaube ich das Wort r»i erklären zu müssen, da in Bezug auf Gott von keiner wirklichen Ruhe die Rede sein kann; das '2 im Worte wo würde ich mit durch übersetzeil, so daß der Sinn wäre: Durch den siebenten'Tag, d. i. durch das an diesem Tage festgesetzte Verhältniß, wurde die ganze Schöpfung auf's Beste angeordnet , und zur Erlangung des besten Zweckes, durch die besten Mittel eingerichtet; daher dieß, als mit der unendlichen Weisheit übereinstimmend, ein Wohlgefallen, eine Zufriedenheit (gleichwie Psalm 104. 31.) hervorbrachte. Der letzte Satz im Gebote des Sabbats Vs "uvjs girbt den Grund an, warum der Segen und die Heiligung, die zwei Bestandtheile des Bundes, gerade auf den stebenten Tag verlegt wurden, und führt jenen Grund auf das Wort ren zurück; darum nämlich, weil Gott an der am stebenten Tage getroffenen Anstalt ein Wohlgefallen fand, übertrug er die zwei Hauptbedingungen des geschloffenen Vertrags auf den Sabbat selbst, und hieß ihn gesegnet und heilig. Ebenso verhält es sich mit dem Ausdrucke mw, dessenStammwurzel oft für „Gemüth" gebraucht-wird, uud II. B. M. 31.17. (vgl. auch ib. 23. 12. und II. Sam. 16. 14.) vorkommt;, er bedeutet das geistige Wohlgefallen beim Ileberblicke der vollendeten Arbeit, wenn sie dem Endzwecke entspricht, wozu sie bestimmt wurdet Also, nicht zur Erinnerung an die Weltschöpfung, wie man gewöhnlich meint,, ist der Sabbat verordnet worden, sondern, so wie ursprünglich dieser Tag den Eintritt Gottes in die Weltregiecung und die Stiftung des allgemeinen Bundes zwischen Gott und Mensch bezeichnete, ebenso dient er in seiner zweitm speziellen Institution als Ruhetag für die Kinder Israels zum Mittel, die Hauptbedingungen jenes Bundes durch Selbstheiligung zu . realisiren. In diesem Sinne laßt Gott gleich nach der Gesetzgebung den Kindern Israels sagen (II. B. M. 31. 13.): „Beobachtet meine Sabbate, denn sie sind ein Zeichen zwischen mir und euch, daß ihr erkennet, daß ich der Ewige bin, der euch heiliget." Dieses Erkennen, daß Gott es ist, der uns geheiligt, bewirkt nothwendig ein Streben, nach dieser Heiligung, und somit enthält dieser Text den wahren Grund der Verordnung des Sabbats als Ruhetages, so wie ihn auch Ezechiel (20.12.) angegeben. Wenn daher in der zweiten Version des Dekalogs (V. B. M. 5.15) des Auszuges aus Aegypten auf eine Art Erwähnung geschieht, daß man daraus schließen könnte,. es sei damit der wahre Grund des Sabbats angegeben worden, so ist dagegen zu bemerken, daß in der dortigen Redensart 'w 'sin p Vs der ganze Nachdruck auf das dem Zeitworte »sin angehängte Fürwort fällt, und daher der Sinn in Nebereinstimmüng mit dem bis-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.