Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 4 (April 1845)
- Date
- 1845-04-01
- Page
- Seite 128 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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128 Der Sabbat. - Wir kommen somit auf die zweite Epoche des Sabbats, wo nämlich sein universeller'Charakter in einem partikularistischen aufgeht , wo er nicht, mehr allein zur Erinnerung an den mit der Menschheit-überhaupt geschlossenen Bund als ein gesegneter und geheiligter dasteht, sondern auch zum Andenken der Nebertragung jenes Bundes auf eine besondere Classe von Menschen als ein zu beobachtender Ruhetag eingeschärft, wird. Nachdem nun zur Aufrechthaltung jenes Bundes von Seiten der Menschen eine Offenbarung nothwendig wurde, und zu dieser ein besonderes Volk auserwählt und dazu bestimmt werden mußte, die großen geoffenbarten Ideen zu bewahren, und allmälig dem gesammten Menschengeschlechte zugänglich zu machen, so mußte zugleich der Sabbat, der früher allen Menschen zum Symbole des Bundes diente, nunmehr für das auserwählte Volk auch als Instrument gelten, wodurch es dem Ziele jenes Bundes näher gebracht werde. Daher erscheint der Sabbat in der stnaitischen Gesetzgebung als ein feierlicher Ruhetag, der mittelst Aufhören aller irdischen Betriebsamkeit, eine Geisteserhebung zu Gott zu bewirken geeignet ist. Die Art und Weise, wie sich die heilige Schrift über diese zweite Institution des Sabbats ausdrückt, dient auch hier unserer Ansicht zum Belege. Schon bei der wundersamen Versorgung der Israeliten durch das Man erfolgt (HB. M. 16. 23.) die kurze praktische Anweisung , daß an diesem Tage jede Arbeit verboten ist; am Berge Sinai aber wird diesem Verbote noch der Begriff der Heilighaltung des Sabbats dem Ewigen zu Ehren hinzugefügt, und der ganze Satz mit dem Worte -nsi eingeleitet. Dieses einzige Wort beweist genug, daß hier nichts -von .einer ganz neuen Institution die Rede ist; es wird vielmehr dadurch dem Volke jener uralte Akt in Erinnerung gebracht, der nach unserer obigen Erklärung gleich nach, der Schöpfung erfolgte, und wovon ohne Zweifel die Israeliten durch Neberlieferung schon einige Kunde hatten. Das folgende Wort ■ffinpfc aber bezweckt die Vollziehungjener Bedingung des Bundes, die dem Menschen obliegt, nämlich die der Selbstheiligung, indem auch hier, wie I. B. M. 2. 3., der Akt auf den Tag selbst übertragen wird, so daß den Sabbat heiligen in Bezug auf die Menschen so viel bedeutet, als sich am Sabbat dei»Heiligkeit befleißigen. Der Sinn dieses Textes ist also mit andern Worten dieser: Sei eingedenk des zwischen Gott und Mensch eingegangenen Bundes, dessen Repräsentant der Sabbat ist, und bestrebe dich, die dir auferlegte Bedingung der Selbstheiligung mit besonderer Sorgfalt an-jenem Tage zu erfüllen. Als Mittel zur Erreichung dieses Zweckes wird in den folgenden Versen jede körperliche Arbeit am Sabbat untersagt, und als nachzuahmendes Beispiel angeführt, daß auch Gott in sechs Tagen