Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 4 (April 1845)
- Date
- 1845-04-01
- Page
- Seite 127 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Sabbat. 127 daß er seine eigene Rettung vom allgemeinen Untergange nur seinem gerechten Wandel zu verdanken habe. Denn da Gott jetzt das Laster bestraft und die Rechtschaffenheit belohnt, so hat er auch früher gefordert, daß Jedermann Gerechtigkeit ausübe und das Laster vermeide. Strafen und Belohnungen setzen Gebote und Obliegenheiten voraus; wer jenen anheimfallt, muß früher diese gekannt haben, und diese früher gekannten Pflichten konnten doch aus keinem andern Prinzipe hergeleitet werden, als eben aus jenen Bedingungen, die dem uralten, zwischen Gott und dem Menschen eingegangenen Bündnisse zu Grunde liegen. Ganz natürlich daher knüpft sich an diese Offenbarung noch die (ib. 6.18.) Verheißung an, Gott wolle ferner an Noah und an seinen Nachkommen seinen Bund in Erfüllung bringen, da eben diese Verheißung von Seiten Gottes als eine stillschweigende Ermahnung an Noah und seine Söhne gilt, daß auch sie ihrerseits jenen Bund halten, und stets fromm und tugendhaft bleiben sollen. So beurkundet die heilige Schrift durchgehends die Existenz eines Bundes zwischen Schöpfer und Geschöpf, dessen versinnlichtes Bild der gesegnete und geheiligte siebente Tag selbst ist; denn überall, wo ein Bund mit den Patriarchen und mit Israel erwähnt wird, geschieht eS auf eine Art, woraus unzweideutig hervorgeht, daß der neu zu schließende Vertrag nichts anderes als eine Modifikation und fpeciellere Anwendung desjenigen Bundes ist, welcher ursprünglich zwischen Gott und Mensch stattgefunden hatte. Bei der Einführung der Beschneidung, die ausdrücklich (ib. 17.11.) ein Zeichen des Bundes genannt wird, spricht (ib. 17. 3.) Gott nicht zu Abraham: Ich werde einen (wie Zunz übersetzt) Bund einsetzen zwischen mir und dir, sondern: Ich will meinen, d. i. den mit der ganzen Natur schon früher aufgestellten Bund nun besonders mit dir festsetzen. In der Absicht nämlich, die Menschen stufenweise zur Erkentttniß und zur Ausführung ihrer wahren Bestimmung zu leiten, erachtete die göttliche Weisheit im Laufe der Zeit als zweckmässig, einen Mann und dessen Nachkommen von allen übrigen abzusowdern, und diese einstweilen mit der -esondern Mission zu beauftragen, die Hauptmomente jenes Bundes aufrecht zu erhalten , uüd vor Verfälschung jeder Art rein zu bewahren, bis sie nach und nach allgemein in Erfüllung gebracht werden würden. So wie nun die Kebertragung des ursprünglichen Bundes vom ganzen menschlichen Gefchlechte auf Abraham und seine Nachkommen durch ein äußerliches materielles Zeichen, durch die Beschneidung klar gemacht wurde, eben so ist die spätere Ilebertragung jenes Bundes auf das israelitische Volk durch ein inneres geistiges Zeichen, durch den Sabbat als Ruhetag , anschaulich gemacht worden.