Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 4 (April 1845)
- Date
- 1845-04-01
- Page
- Seite 126 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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126 Der Sabbatsich nothwendig auf etwas Vergangenes beziehe, beweist das dabei stehende Wort iimb; denn das, woran man sich erinnert, muß ja ohne Zweifel etwas Vergangenes sein. Von der Zukunft hingegen spricht der zwölfte Vers, wo pV© wvft, die Zusicherung der künftig fortwährenden Gültigkeit des Bundes bezeichnet. Es ist demnach erwiesen, daß die Redensart m-ü c^pnnicht mit einen Bund errichten, sondern nur mit einen Bund halten zu übersetzen ist. Aus der gegebenen, einzig sprachrichtigen Erklärung dieses Tertes läßt sich noch eine Folgerung ziehen, die für unfern Gegenstand von der größten Wichtigkeit ist. Wir lernen nämlich daraus, daß Gott gleich Anfangs den Menschen selbst, um dessen willen die obenerwähnte heilsame Institution eingeführt wurde, in Keuntniß davon gesetzt, und ihm solche Andeutungen gegeben hat, wodurch er zur Betrachtung des ihm vorgesteckten Zieles angespornt würde. Dieß konnte man ohnehin schon aus der Ratur des Gegenstandes voraussetzen, wenn auch die heilige Schrift keine Winke enthielte, die eine solche Thatsache außer Zweifel setzen. Wenn die unendliche Güte einen so wohlthätigen Plan zum Heile aller vernünftigen Geschöpfe entworfen hat, so konnte die unendliche Weisheit nicht erlauben, daß diese Vorkehrung dem Objekte unbekannt bleibe, zu dessen Gunsten sie getroffen wurde. In der That aber bestätigen mehrere Stellen, daß eine solche Mittheilung wirklich stattgesunden hat. Schon der (I.B.M. 1.28.) dem ersten Menschen ertheilte Segen; die (ib. 1.29.) ihm vorgeschriebene, auf das einzige Pflanzenreich damals eingeschränkte Nahrung; die (ib. 2.15.) ihm angewiesene Beschäftigung; und der (ib. 2.18.) Ausspruch, ihm eine Gefährtin geben zu wollen, die ihm Hülfe — also zu irgend einem Zwecke — leisten sollte, lassen auf die ausgezeichnete Vorliebe und besondere Sorge schließen, die der Allgütige für die Fortbildung und für die Zukunft feines edelsten Geschöpfes geäußert, wodurch dessen Aufmerksamkeit auf den Endzweck aller dieser Maßregeln gelenkt wurde. Noch ausdrücklicher erhellt die nämliche Absicht aus dem (ib. 2.17.) ihm verbotenen Genüsse einer gewissen Frucht, der ihm schädliche Folgen zuziehen würde; so wie aus den (ib.4.7.) dem Kain ertheilten Belehrungen und väterlichen Ermahnungen. Daß Enoch (ib. 5. 24.) und Noah (ib. 6. 8. 9.) auch mitten unter dem allgemeinen Verderbnisse durch ihr Wandeln vor Gott eine höhere Stufe der Vollkommenheit erreichen konnten, beweist, daß jene höhere Forderung ihrem Bewußtsein vorgeschwebt haben mußte, was ohne eine frühere göttliche Mittheilung nicht denkbar wäre. Am deutlichsten aber spricht für diese Wahrheit die dem Noah (ib. 6. 13. ff.) gewordene Offenbarung, daß die bevorstehende Sündflut als ein Strafgericht wegen der menschlichen Bosheit zu betrachten sei, und