Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 4 (April 1845)
- Date
- 1845-04-01
- Page
- Seite 122 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Der Sabbat. Der Schöpfungsgeschichte wird unmittelbar die Institution des Sabbats in drei Versen angehängt, die nach der Philippson'schen Uebersetzung so lauten: IL 1. Nun waren vollendet der Himmel und die Erde und all ihr Heer. 2. Und vollendet hatte Gott am fiebenten Tage sein Werk, das er gemacht, und er ruhete von all seinem Werk, das er gemacht. 3. Und Gott segnete den fiebenten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhete er von all seinem Werk, das er geschaffen, indem er es machte. Gegen diese Uebersetzung ist zuvörderst einzuwenden r 1) Das Zeitwort na» ist unrichtig mit ruhen gegeben; es bedeutet vielmehr, wie dort im Commentar zugestanden wird, bloß aufhören, abstehen von irgend einem Thun, was den Begriff der Ruhe noch nicht einschließt. 2) Das klllsgllsmperkeetum hatte vollendet ist hier gebraucht worden, nur um der bekannten Einwendung auszuweichen, daß ja Himmel und Erde, wie aus dem vorigen Verse erhellt, bereits am sechsten Tage vollendet waren. Allein dadurch wird die Schwierigkeit nicht gehoben, da esmoch immer eine unnütze Wiederholung des schon Bekannten ist. 3) Die Uebersetzung vonniivsb indem er es machte, befriedigt nicht, weil das Zeitwort «na nirgends, ob dieß gleich der Commentar dort behauptet, die Bedeutung von vollenden hat. Zur Entgegnung darauf und zur richtigen Auffassung dieser Stelle bemerke man Folgendes: . s) Das Zeitwort rt>a, als verwandt mit der Wurzel tt>a, bezeichnet nicht allein endigen, sondern schließt auch den Begriff der Vervollkommnung mit ein; der zweite Vers sagt also, daß Gott, nachdem die Schöpfung bereits mit dem Schluffe des sechsten Tages fertig war, noch eine Anstalt zu treffen für gut gefunden hat, wodurch das Erschaffene «rff vervollkommt würde, und dazu taugen sollte, wozu es erschaffen wordm, und dieß ist eS eben, was er am fiebenten Tage gethan hat. Er gewährte nämlich allen Geschöpfen die Zustcherung seines Beistandes, 'seiner immerwährenden Sorge für ihre Erhaltung, wodurch sie in Stand gesetzt würden, ihrer Bestimmung zu entsprechen; er beschloß, die Menschen mit seiner Leitung und Vorsehung zu beglücken, und forderte von ihnen, als Gegendienst, Anerkennung, eine treue Anhänglichkeit an ihn, und ein Bestreben stch zu ihm emporzuschwingen; kurz, er setzte an diesem Tage jenes Verhältniß zwischen Schöpfer und Schöpfung fest, wodurch diese letztere erst zu ihrer Vollkommenheit gelangte. b) Da>iese große Institution durch das einzige Wort ausgedrückt, somit nicht genugsam erklärt wurde, so ward noch die zweite