Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 3 (März 1845)
- Date
- 1845-03-01
- Page
- Seite 117 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Reeenflonen. 117 goge gäbe, die Juden bezeugten äußerlich den Islam, beteten in den Moscheen und lehrten ihren Kindern den Koran u. s. w., aber, „Gott weiß, was sie in ihrem Innern verbergen und in ihren Hausern thun!" Dsehebi begleitet diese Stelle mit einer ähnlichen Anmerkung (p. 42 — 44 — die Worte: „nach dem Tode Mehdi^s", p. 42 pen., fehlen in der Uebers.), aus der wir entnehmen, daß Abd el Mumin ebenfalls die falsche Erwartung des Me ssias als Argument gegen das Judenthum gebraucht habe; und Aehnliches berichtet Noweiri (p. 45) 25). Alle diese Angaben verdienen genaue historische Forschung und Kritik. Munk denkt sich den Zustand der Juden so, daß sie äußerlich Muhammedaner schienen, heimlich aber, da es keine Inquisition, wie spater gegen die Marannen, gab, ließen sie ihre Kinder in der jüdischen Wissenschaft unterrichten, so daß es ercellente Gelehrte und Poeten unter ihnen gab, ja sie unterhielten sogar einen lebendigen Verkehr mit ihren entfernten Glaubensgenossen u. f. w.! Als Belege dienen vorzüglich — Maimonides und sein Schüler! Ist das kein eireulus vitiosus? — Wir kommen nun zum Schluffe (p. 54—8) über Josefs Schriften. Wenn Munk nur wenige ihm mit Gewißheit vindieiren kann, so ist dies schon ein Grund mehr für die Identität mit Ben Aknin, da doch Maimonides schon in der Einleitung zum Moreh von Josefs Abhandlungen (V'Ikö'-i p. 51, wofür Jbn Tibbon setzt) spricht. Wir besprechen dieselben nach ihren 3 Hauptgebieten. I. Poesie. Eharist spricht mit besonderem Lobe von Josef und seinen Dichtungen, Tachkem. C. 46. (Not. p. 10) und C. 50. (Not. p. 35), wo in den Drucken ein panegyrisches Gedichtchen fehlt, welches hier (p. 72) nach einer Handschrift mitgetheilt wird. Es heißt darin: „In deinem Herzen baute sich die heilige Sprach e eine Wohnstätte, und auch der Araber zeltet drin". Am wichtigsten ist aber eine im Drucke fehlende Stelle (C.18.) über Josefs Gedichte, deren Schluß man bisher auf Moses B. Esra (f. Dukes S. 29) bezog. Sie wird hier (p. 49) nach 2 Handschriften zu Paris mitgetheilt^ „Die dritte und schönste Handschrift wird seit einiger Zeit vermißt, aber vr. Carmoly hat in seinen 2 Handschriften dieselbe Stelle (s. Annalen 1840 S. 33)". Munk setzt voraus, daß Tachk. C. 18. noch vor der Reise Charisi's nach dem Orient geschrieben sei, und schließt also, daß Josefs Gedichtenus Maghreb bis zu ^arisi gedrungen (?). Wir ersehen hieraus, daß Josef der erste uns bekannte Verfasser von Makamen sei, denn Charisi gebraucht den Ausdruck mnrra (und die Allmende Sekte!) und S. 99 (das Grab des jüd. Heiligen zu Askru bei Fes), lieber die Abhängigkeit jüd. geogr. Benennung von der ar ab isch en ein ander Mal. 25) lieber ''voft (Dsimmi), s. auch Carmoly, Annalen 1840, S. 286 — rte'trna „novateurs“ ist so viel als Ehl el Bedie, d. h Ketzer, welche unrechtmäßige Neuerungen im Glauben annehmen, (s. Hammer, Wien, Jahrb. 61.)