Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 3 (März 1845)
- Date
- 1845-03-01
- Page
- Seite 105 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Sabbat. 105 Gottes zum Besten aller Geschöpfe, die den ersten Theil des dadurch eingeführten Verhältnisses ausmacht, konnte nicht treffender mit einem einzigen Worte ausgesprochen und charakterisirt werden, als durch das Wort Segen, welches alle hier angedeuteten Ausflüsse göttlicher Güte in sich schließt. (Schluß folgt.) Bericht über Synagoge und Schulet) Hamburg. Zweiter Artikel. (Vergl. Februarhest). Hamburg. Nachdem wir es versucht haben, den Verfall der jüdischen Anstalten in unserer Gemeinde darzustelleu, haben wir die Fragen zu beantworten: woher ist diese Gesunkenheit in den Angelegenheiten einer so reichen und intelligenten Gesammtheit entstanden? Wie ist es möglich daß die Mitglieder derselben diesen Verfall ruhig mit ansehen können, ohne kräftige Mittel dagegen zu ergreifen, und was ist für die Belebung und Verbesserung unserer Institutionen heute zu thun? *) Der Redacteur einer Zeitschrift siehet sich in die harte Nothwendigkeit versetzt, manche scheinbar verletzende Correspondenz fast wider seinen Willen zu bringen. Daß, wo der Correspondent sich nicht nennt, die Redaction manche unangenehme Erfahrung mache, ist höchst ungerecht, und doch findet man es natürlich. Der Redakteur soll allwissend sein und jede geheime Intention, jedes entfernte Verhaltniß durchschauen und begreifen! — Der Unterzeichnete befand sich bei obiger Correspondenz in ungemeiner Verlegenheit; und fürchtet er für sein Blatt, den Vorwurf hören zu müssen, er halte sich nicht von Persönlichkeiten fern. Mein es sind unsere Gemeindezustande gewöhnlich so innig mit den Personen verwebt und verwachsen, daß eine scharfe Trennung fast unmöglich ist; und es würde der Zweck, der der Aufnahme dieser Berichte zu Grunde liegt: Lheils die Gemeinden auf die Mangel in Synagoge und Schule aufmerksam zu machen, Lheils ein Gesammtbild des jetzigen jüdischen Gemeindelebens Ln Deutschland, und hierdurch zugleich manchen Aufschluß über den religiösen Verfall zu geben, auf diese Weise verloren gehen. Der unparteiische Leser wird aber, hoffen wir, noch immer die Fernhaltung von Persönlichkeiten finden: keine Gemeinheit, keine Schadenfreude, kein niedriges Gefallen an Herabreißen wird je diese Berichte schänden; sie bringen nur den Wunsch, durch eine treue Darstellung zur Abhülfe aufzufordern : sowohl in dem Berichte aus Prag, (v.Jahrg.) als in dem gegenwärtigen, erkennt man, wie der Referent selbst von tiefem Schmerze über die Zustande erfüllt ist, er von der reinsten Wahrheit geleitet wird, nur sie aus ihm spricht, ihn nur die innigste Theilnahme, die innigste Liebe zu seiner Gemeinde leitet. Auch wird nie der Charakter selbst, das, was die eigentliche Person bildet, angegriffen, und wird die würdige Haltung der Wahrheit und des Ernstes stets bewahrt. Wir wiederholen übrigens auch hier, daß, so genügende Ursache wir haben in die Person unseres Correspondenten volles Vertrauen zu setzen, wir doch jeder gegründeten Entgegnung die Spalten unserer Zeitschrift öffnen werden. F.