Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 3 (März 1845)
- Date
- 1845-03-01
- Page
- Seite 104 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Der Sabbat. statt, nach welcher diese von dem Willen des Erster» abhängt, von ihm regiert und zur Erreichung ihrer Bestimmung geleitet wird. So wie aber in jedem Verhältnisse sich zwei Momente unterscheiden lassen, einmal das Verhaltniß des A zu B, und wiederum jenes des B zu A, so ist auch die Beziehung der Welt zu Gott eine doppelte zn nennen: einerseits die göttliche Vorsehung, die über dem Gesammten, vorzüglich über dem Menschen waltet, um ihn seinem Endzwecke näher zu bringen, und andererseits das Bestreben des Menschen, dieser göttlichen Absicht zu entsprechen, und durch Sclbstheiligung das zu verwirklichen, wozu er bestimmt ist. Es wird aber Jedermann einleuchten, daß eine solche zweifache Beziehung nicht nach und nach entstehen, oder von Zeit und Umständen abhängig sein konnte; sondern, eben weil sie in derNatur beider sich auf einander beziehenden Parteien gegründet ist, auch gleich beim Anbeginne der Zeit, also sobald die Welt ins Dasein getreten ist, stattfinden mußte, und so lange die Welt besteht auch fortdauern werde. Da aber das Vorhandensein dieser Beziehung, als etwas nicht in die Sinne Fallendes, nur geistig erfaßt werden kann, und daher'zu besorgen war, daß eine so wichtige, für alle Menschen höchst wohlthätige Vorkehrung einst vielleicht in Vergessenheit kommen könnte, so war eS der göttlichen Weisheit angemessen, dieses Verhältniß an einen feierlichen Akt anzuknüpfen, wodurch es gleichsam versinnlicht werden, und sein Wesen und seine Bedeutung dem Menschen immerfort vorschweben sollte. Dieser große Akt nun bestand eben in der Segnung und Heiligsprechung desjenigen Tages, an welchem jenes Verhaltniß in Wirklichkeit zu treten angefangen hat. Zwar verwirklichte sich die wechselseitige Beziehung Gottes zur Welt gleich im ersten Augenblicke nach der Schöpfung, und es bedurfte daher zur Bezeichnung ihres Anfanges nicht eines ganzen Tages; allein da die Schöpfung selbst, ob sie gleich in einem einzigen Augenblicke zu Stande kommen konnte, doch auf sechs Tage vertheilt und ausgedehnt wurde, so ward anch der nächstfolgende ganze Tag dazu ausgewählt und bestimmt, um zum ewigen Denkmale jenes großen Gegenstandes fernerhin zu dienen. Es bezeichnet also der siebente Tag in der Zeit, zugleich der erste nach der Schöpfung, als Sabbat, einerseits gleichsam den Regierungsantritt Gottes über die gesammte Natur und den Anfang seiner Verwaltung, Leitung und Vorsehung, wodurch allen erschaffenen Dingen, besonders aber dem Menschen, der göttliche Beistand zur Erreichung des jedem Individuum vorgesteckten Zieles, und der Genuß aller von der göttlichen Milde ihm zufließenden Wohlthaten in Aussicht gestellt und unter gewissen Bedingungen zugesichert wurden. Diese Ankündigung der künftigen Gnade