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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-03-01 · 3 (März 1845) · p. Seite 95

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
3 (März 1845)
Date
1845-03-01
Page
Seite 95 (sequence 17)
Language
German
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95 Ueber Auflösbarkeit der Eide. Ehre ist bloß vom Verfasser durch Scheingründe angegriffen worden, und ist vielmehr durch die Erhaltung des Kol Nidre gänzlich herzustellen, indem dasselbe, so wie das rabbinische Judenthum überhaupt, nie und nach keinerlei Meinung die Auflösung oder Auslösbarkeit der vor Gericht geleisteten Eide beabsichtigte. Es möchte noch an den Verfasser die Frage gestellt werden, da er so oft das rabbinische Judenthum schmähet und lästert (nicht weniger als zehnmal wird das rabbinische Judenthum vom Verfasser in diesem Aufsatze diffamirt und gebrandmarkt), warum nennt er sich selbst noch immer, und läßt sich auch vonAnderen mit dem Namen „Rabbiner" schelten? Als die Karaim gegen das rabbinische Judenthum auftraten, schafften sie sogleich bei ihrer Secte den Titel mai ab; als die Genfer Kirche gegen die bischöfliche eiferte, schaffte sie den Titel Bischof ab, und ebenso die Jndependanten; und der Verfasser scheut sich nicht, sich noch immer Rabbiner zu nennen und nennen zu lassen, nachdem er das rabbinische Judenthum so herabgewürdigt und begeifert? Wäre es nicht schicklicher für ihn, irgend einen neuen Titel für sich und seines Gleichen, wie z. B. Pfarrer oder Probst, zu ersinnen? Haben doch die sogenannten Reformatoren, zu welchen doch der Herr Vers, gezählt werden will, bereits eine jüdische Kirche, einen jüdischen Kirchenrath, warum nicht auch einen jüdischen Pfarrer oder Pastor? Eben kommt mir der 2te Aufsatz des Verfassers (der Israelit re. Nr. 40.1844) zu Gesichte. Es ist nichts Neues darin. Der Verfasser wiederkauet bloß seine früheren falschen Angaben, wiederholt zum Ekel die frühere Verläumdung, daß man nach dem rabbinischen Judenthume jeden Eidesschwur, namentlich auch solchen, welcher im Gerichte geleistet wird, auflösen kann. Dieser ganze zweite Aufsatz wurde bloß einer einzigen talmudischen Stelle wegen verfaßt, die er für eine in der betreffenden Frage neue Entdeckung ausgibt, nämlich jene in Ernchin 23 a, obwohl er sich auch in dieser Hinsicht in einer und derselben Stelle widerspricht. Er sagt nämlich (S. 327 Ende): „wir haben unsere eigene Ansicht darüber, „ wie die Sache nämlich auf dem Grunde und Boden des Talmud sich „verhält, zurückgehalten, und dafür die als Autoritäten aner- „kannten Ausleger und Erklärer des Talmuds reden lassen": also bloß zurückgehalten hat er, was er schon längst wissen mußte. Gleich darauf aber (S. 328 Ans.) äußert er: „aus einer weiteren Untersu- „chung über diesen Gegenstand aber ergab es sich uns" rc.; also erst nach einer späteren Untersuchung ergab es sich ihm, was er früher nicht wußte? Er übersetzt nun die vermeintlich aufgefundene Stelle ihrer, ganzen Länge nach, und glaubt damit, ein solches Wunder zu zeigen,

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