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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-03-01 · 3 (März 1845) · p. Seite 96

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
3 (März 1845)
Date
1845-03-01
Page
Seite 96 (sequence 18)
Language
German
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98 Urber Auflösbarkeit der Eise. daß er in Bezug der gegnerischen Ansichten, welche „ die Unschuld des „ angegriffenen Kol Nidre behaupten " mit der Phrase endiget: „ Das Gegentheil liegt vor Augen, m'nmyissib bsi d. h. „Wer da tviderlegen will, widerlege." Eine ordentliche Aufforderung also zum Kampfe durch Hinwerfung des Handschuhes; aber lächerlich muß dieses aufschneidende, trügerische Treiben in den Augen eines im Talmud nur etwas bewanderten Mannes erscheinen! Zuerst von der Entdeckung jener terra incognita. Eine talmudische Stelle, welche von den alten Kommentatoren zu jener anderen bekannten Stelle (Gittin 35 a), die auf diesen Gegenstand Bezug hat, und vom Verfasser selbst zu wiederholten Malen citirt wurde, berührt und besprochen wird, mußte sich dem Verfasser erst nach weiterer Untersuchung zeigen (man sehe Tosaphot ibid. Ans. ump); und ein jeder Verständige muß auch einsehen, daß der nämliche Beweis, der aus jener Stelle.in Gittin von manchem Alten hergenommen, auch aus jener ähnlichen in Erachin abgeholt werden konnte;,daß aber auch alle die gegen den ersteren vorgebrachten Widerlegungen auch gegen den letzteren vorgebracht worden sind. Wenn nun dem Verfasser die elftere Stelle nicht genügte, um zu beweisen, „ wie die Sache auf dem Grund und Boden des Talmuds sich verhält", so konnte ihm unmögliche die letztere Stelle darüber mehr Ueberzeugung verschaffen. Es hat aber noch seine besondere Ursache, daß die Erklärer ihren Beweis in dieser Sache aus der Stelle in Gittin, und nicht aus jener von ihnen selbst citirten Stelle in Erachin führten, da letzterer ihnen viel schwächer als der erstere erscheinen mußte, welches aber hier auseinander zu setzen zu weitläufig erscheinen dürfte. Doch in der Sache selbst fällt wieder Alles in Nichts zusammen; da der Verfasser weiter in seinem Grundfehler verharrt, gerichtliche assertorische Eide mit promissorischen Gelübden zu.vergleichen. Es kann nicht genug wiederholt werden, gerichtliche assertorische Eide unterliegen nach keinerlei Meinung irgend einer Auflösung, und wie oben gezeigt wurde, auch nicht promissorische Eide. Im Nachworte zum ersten Aufsatze des Verfassers begleitet der Herausgeber der Zeitschrift denselben mit folgenden lieblichen und freundlichen Phrasen. „Mit Freuden haben wir diesem Aufsätze un- „seres freimüthigen, tiefforschenden H. die Spalten geöffnet, obgleich „die Herren Frankel, Sachs, Mannheimer, und wie sonst noch unsere „rabbinischen Romantiker-Apolegeten heißen mögen, über Verrath — „ und um es mit ihrem Worte zu sagen — über eine (Angeberei) „schreien werden. Aber ihr Herren! Könnt ihr denn wirklich leugnen, „ daß dieses und noch so vieles andere Unsittliche im Talmud geschrieben

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