Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 3 (März 1845)
- Date
- 1845-03-01
- Page
- Seite 88 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Ueber Auflösbarkeit der Eide. „feinde überwand, und ihm (Entdecktes Judenthum Thl. 2. S. 501) „das Geständniß abzwang, daß die Juden weder durch die amVersöh- „nungsfeste gebräuchliche Entbindung der Gelübde und Eidschwüre „durch Kol nidre, noch sonst von einem vornehmen Rabbiner oder „dreien schlechten Männern (idioten, soll heißen, nicht gelehrten) „vom Eide, den sie den Christen oder der christlichen Obrigkeit thun, „nach ihrer angezogenen Lehre losgesprochen werden." Also den berüchtigten Judenfeind Eisenmenger will jetzt ein jüdischer Rabbiner in Anschwärzung der Juden überbieten!. Die Verrufenheit des crsteren bei allen wohldenkenden Menschen muß sich nun jetzt vermindern, ja es muß dessen moralischer Charakter nach Lesung'dieser Zeilen in einem viel besseren Lichte erscheinen. Man steht es nun, daß Eisenmengers Feindschaft gegen die Juden bloß aus irrigen Ansichten und Mißverständnissen in den jüdischen Schriften entstanden ist, und für Jrrthümer und Mißverständnisse werden wir und jeder ehrliche Kenner der jüdischen Literatur seine Ansichten so lange halten, bis'nicht dieser Rabbiner mit seinem Gefolge sich dazu hergeben werden, seine Verleumdungen als wahr auszugeben — was sie zum Theil schon thaten —, und uns dadurch eines Besseren zu belehren — was sie noch nicht zu Stande bringen konnten und auch nie können werden. Wo aber, nach dem Ausdrucke des Verfassers, die Vertheidigung so glücklich war, Eisenmenger zu überwinden und zu überzeugen, da ergab er sich nicht nur, sondern ließ auch keiner von ihm selbst als irrig erkannten judenfeindlichen Meinung sich Geltung verschaffen. Dagegen verhält es sich mit dem Judenhaffe des Herrn H.'ganz umgekehrt. Dieser scheint bei ihm Nicht aus irrigen Ansichten, sondern letztere aus elfterem entstanden zu sein. Sein Haß gegen den Talmud und dessen Anhänger, die doch bisher allein mit dem Namen Juden benannt wurden, ist so groß, daß ihm in seiner blinden Wuth alles Jüdische nur in den schwärzesten Farben erscheint, und so sucht er es auch darzustellen. Doch ist dieses nicht Alles. Und wären es bloß Jrrthümer, die freilich bei ihm aus einer sehr verdorbenen Quelle entspringen! Aber er kann auch von der Beschuldi- - gung absichtlicher Verfälschungen nicht frei gesprochen werden, wie bereits -gezeigt wurde und sich noch zeigen wird. Wenn er nun Eisenmenger „den König der Judenfeinde" nennt, wie soll man nun ihn selbst nennen? Den Czar aller Judenfeinde. Er hat diesen Namen bloß seinen eigenen Verdiensten um diese glorreicheSache zuzuschreiben. Seit einiger Zeit scheint sein ganzes Streben dahin zu gehen, sich solche glänzende Epitheta zu erwerben. „Auffallend ist, daß auch Geiger, der sonst der Sache tiefer auf „den Grund zu gehen pflegte, die allgemeine Annahme nicht weiter un-