Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- Seite 72 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2744856-2744869-2744872--0485-2745431- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
72 Mgemeine theologische Bibliographie. recht eigentlich fürs Volk berechnet zu sein scheint-: -pss :rairrä — Zur Abwechslung heißt es gleich darauf, anstatt: Jeschaja sagt das, „Jeschaja meint das"... Wen erinnert dieser Ausdruck nicht an das in den tträrft sonst übliche: das meint der PDS, das meint ‘W u. A.? Man steht, w-.e Herr.H. den Geist der Alten in stch ausgenommen hat! — Im zweiten Theile des Vortrages setzt der Redner aus einander, daß das Judenthum das Mittel sei, durch welches Gott das Messiasreich einführen werde; doch das Judenthum ohne eine einzige Ceremonie (S. 12.) Nun betrachtet er bei Gelegenheit die Weltreligionen „von einem höhern Standpunkte aus", von der Kanzel. „Die eine> unter deren Anhängern wir leben... hat die Erde belehrt und gesittigt, und sie fährt fort, und wir wünschen es, daß sie sortfahre, Lehren des Heiles zu tragen zu den fernsten Küsten." Welcher jüdische Prediger oder Rabbiner ist noch so intelligent, so tolerant, daß er zur Belehrung und Erbauung einer jüdischen Gemeinde die Würde des Christenthums so angelegentlich predigte; ja, dem Missionswesen den besten Fortgang wünschte! — Dieselbe Liebeserklärung macht er auch dem Islam „der Gerechtigkeit und Mäßigkeit verbreitet, und auch in seinen Erfolgen gesegnet sein soll." Daß die Erfüllung dieses Wunsches an beiden „Sprößlingen Israels, die jüdische Milch genährt hat" (S. 15.) unmöglich ist, ohne das europäische Gleichgewichtzu stören, hat der allzu gemüthliche Herr H. nicht erwogen. — Der Schluß dieser Rede lautet wörtlich: nn wppni das war noch zu klein in Deinen Augen, daß du. Israel erwähltest zu deinem Volke, rv'S tt m du redetest zu dem Hause deiner Diener auch Fernes min; nati und dieß ist die Tora der Menschheit!" — Diese Worte sprach oder vielmehr lispelte der Redner gewiß in schwärmerischer Entzückung, gleichsam in halbwachem Zustande, bis er sich aufrafft und betet: daß Alle „angehaucht würden von Gottes Geiste, um zu erkennen — welches Pfund in unseren Händen ist". O Anhauchung! O Pfund! — Den Schluß des Sabbatgebetes: „und erlöse Zion" konnten wir nicht mit der Messiasidee des Vers, in Einklang bringen, wenn nicht etwa die Kirche, die Braut des Herrn, gemeint ist. Aus der zweiten Predigt, in deren Verlaufe wir erfahren, daß „der durch die Geschichte schreitende Gott.. in jedem Menschenalter stille steht" (S. 20); ,-,daß die m Synagogen errichteten, um durch feige Hinterlist die Schließung des Tempels herbei zu führen; daß der Tempel und •p&o wibnn msro durch den Fortschritt der damaligen Juden im Messiasreiche aufhören mußten" — die bekannten hier durchaus keinen Fortschritt beweisenden historischen Facta sind der Beachtung eines Herzfeld nicht werth —; „daß die Talmudisten diesen Fortschritt erweiterten", indem sie „Vieles (in das Gesetz) hinein, Vieles hinweg deutelten" (S. 25, 26), —müssen wir mit besonderer Anerkennung die Fortschritte des Redners