Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- Seite 70 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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70 Allgemeine theologische Bibliographie. Wohlwollenden zu finden, wie aus den Sachs. Landtagsacten ersichtlich ist. —- Möge der Schluß des Vers, insoweit stch bewähren, daß seine Einficht und.Gerechtigkeitsliebe dahin dringe, wo die Macht ist, und daß sich, wenn einmal bekehrt werden soll, nur edle Mittel zur Bekehrung geltend machen! Jedenfalls verdient der Hr. Vers, den Dank aller wahrhaft edlen Juden und Christen. 35 Zwei Predigten über die Lehre vom Messias, gehalten den ersten Tag Sukkos und Simchas-Tora d. I. von dem Landrabbiner Dr. Herzseld, und von Freunden dem Druck übergeben. Braunschweig, Fr. Vieweg, 1844. Wenn schon jede Bereicherung der homiletischen Literatur unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, so sind wir sie besonders diesen durch wohlmeinende (?) Freunde zum Druck beförderten zwei Predigten schuldig, da deren Vers. Herr Dr. Herzfeld bereits in der vor der Rabbinerversammlung gehaltenen Rede durch ungewöhnliche Popularität des Ausdrucks — obwohl er damals nicht einmal:„auf gewohnte Weise" zu seiner Gemeinde sprach — und durch originelle Exegese unsere gerechte Bewunderung erregte, welche vorliegende Broschüre noch steigerte. Dießmal lernen wir ihn als eigentlichen Volksredner kennen , als Hirten, der seine.Heerde bei dem einfachen Tone der Hirtenpfeife ohne Wohllaut und ohne kunstgerechte Weise eintreiben will — in sein Messtasreich. Wir werden hauptsächlich die Form ins Auge fassen, da sich der Geist weniger bedeutend geltend machte Die erste der beiden Predigten ward am ersten Tage „Sukkos" gehalten. . Gleich am Eingänge rührte uns das innige, vertrauensvolle Verhältniß des Rabbinen zu seiner Gemeinde, auf deren religiösen Sinn, er sich, im bescheidenen Bewußtsein seiner bisherigen Wirksamkeit, so fest verlassen kann, daß er es für überflüssig hält, das Mindeste über die Festfeier zu sprechen, wie es eigentlich die Regeln der Homiletik vorschreiben. — „Auf Veranlassung der Hastora " wählt er daher ein anderes religiöses Thema, die jüdische Lehre vom Messias. Nun folgt der Text (Secharja.14), den er aber nicht bis zu Ende lesen kann; denn „wir haben noch einen weiten Weg zu durchwandern." Krittler fanden diesen Ausdruck zu prosaisch und meinten, er erinnere an einen wirklichen, öden, langweiligen Weg. Aber in keines Gläubigen Sinne könnte der Gedanke aufsteigen, der Redner, der so herrlich über die dinn-Frage geschrieben, werde am hrm Ni2v"r fc.w ram auffordern, mit ihm wnrb pri zu wandern. Wer daher nicht durch den blühenden Stil anderer Redner seinen Geschmack verdorben hat, merkt leicht, daß der Ausdruck nur sin Bild sei, „und Bilder sind niemals wörtlich zu nehmen", wie Herr H. selbst weiter unterwegs (S. 7.) lehrt. Ehe wir nun an der Hand des Herrn H. die Reise ins Messiasreich antre-