Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- Seite 69 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Allgemeine theologische Bibliographie. 69 chend. — Wir empfehlen, da auch der Verleger dieses Merkchen gut ausgestattet, dasselbe sehr den Lehrern und Lernenden an. F. Ueber Juden-Bekehrung und Emancipation, in besonderer Beziehung auf Preußen, von vr. M. Löwenstein, Pastor zu Drehna bei Luckau. Breslau 1845. 15 S. Jeder Unparteiische, dem es um Religion, Recht und Wahrheit zu thun ist, wird dieses Schristchen mit Freuden begrüßen und dem Hrn. Verf. das Lob einer genauen Kenntniß des Gegenstandes und seiner literarischen Quellen, sowie das des edlen Freimuthes gepaart mit treffendem Urtheile und Witze, nicht versagen können. Der Hr. Verf. thut mit schlagenden Gründen, unterstützt von Facten, dar, wie nutzlos, ungerecht und entwürdigend die bisher betriebene Bekehrungsmethode sei, wie unchristlich, den Juden ohne Taufschein als Paß nicht zu Staatsämtern zuzulassen, und wie selbst das wahre Interesse der christlichen Kirche und der Bekehrungseifer (dem Ref. keinesweges das Wort redet, der aber in der christlichen Kirche einmal bedingt ist), wenn er wahrhaft religiös ist, die volle Emancipation der Juden wünschen muß, und nicht eher sein Werk beginnen kann, ohne sich harten Vorwürfen auszusetzen. Es ist dieß um so mehr zu beachten, da der Hr. Verf. nichts weniger als antichristlichen Tendenzen huldigt, vielmehr seine Schrift gerade die Bekehrung der Juden durch edle Mittel sich zum Ziele setzt. Er weist ferner mit körnigen Worten die Absurdidät nach, welche schon der gesunde Menschenverstand in der Fiction vom „christlichen Staate" finden muß, und gibt, wir müssen es zu unserer Schande gestehen, dem Staate viel weniger Recht zu indirektem Religionszwange, als manche unserer Rabbinen, welche dem Rechte des Staates Alles unterordnen, wo es in ihren Kram paßt. Der Verf., vertraut mit den jüdischen Zustanden, schildert aber auch manche Mängel und die beklagenswert^ Unwissenheit und Indifferenz, die bei einem Theile der Juden herrschen, und bezeugt eben dadurch seine Unparteilichkeit; denn er scheut auch nicht auf der andern Seite Preußen Vorwürfe zu machen über die Gleichgültigkeit, mit welcher die Regierung Schule, Synagoge und Rabbinenwesen gänzlich ignorirt, und hält ihnen Würtemberg, Belgien, Frankreich vor, wo autorisirte jüdische Consistorien eristiren. Auch die beliebte vox populi wird einem strengen Urtheile unterworfen. Der Verf. ist übrigens auf seinem Felde so vertraut mit den Quellen der jüdischen und christlichen Literatur, daß es ihm an Gründlichkeit Keiner leicht zuvorthun wird; nur hat er sich getäuscht, wenn er S. 14 Anmerk., Hrn. vr. Großmann als einen Emancipationsfreund erwähnt, da es im Gegentheile sehr bedauerlich ist, diesen so gelehrten Mann gerade in diesem Punkte nicht in den Reihen der Hellsehenden und