Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- Seite 67 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine theologische Bibliographie. 67 tarm^rii biabh Jüdisch-religiöse Vortrage von vr. Wolf Aloys Meisel. Erstes Heft. Krotoschin. B. L. Monasch. Diese Predigten haben ein lebendiges Gepräge, sind der Ausdruck des innerst Dranges, der in der Brust des Redners gährenden und wogenden' Gefühle, die mit Gewalt den Weg nach außen suchen. Sie sind durch und durch Aufregung, Bewegsawkeit: es schlagt Antithese an Antithese, überstürzen sich hier fast die Gedanken, und wird der Hörer in steter Spannung gehalten. Die Auffassungsweise des Redners und seine Behandlung des Stoffes sind originell; nur laßt der Ausdruck und die Rundung Manches zu wünschen übrig. Er wagt sich gern an schwierige Stellen, es ist ihm eine Lust, manchen schwierigen Midrasch zu enucle'lren: es gelingt, mißlingt ihm aber auch mitunter. Die erste Predigt führt die Aufschrift: ‘pna NM •psn •ros' ib oder Hoffnung, Glaube und Liebe. Diese dreifache Stellung stützt sich auf den bekannten Midrasch: 'toi btorj b^'to '2 und ist die Behandlung sehr ansprechend; nur hatten wir die dritte, einer andern Konfession angehörende Trias weggewünscht. Hingegen ist die zweite Predigt, „die Verwandtschaft der Seelen" ziemlich kalt und gesucht: die Verse aus Chabakuk sind nicht richtig aufgefaßt, der Redner hat dem Terte und sich selbst Gewalt angethan, und es ist ihm trotz seiner großen Anstrengung nicht gelungen, Licht über das angeregte Thema zu verbreiten. Anziehender ist die folgende Predigt mit der originellen Überschrift: Vip , oder frei, hell und laut."' — Am gelungensten ist die im I. 1843 gehaltene Predigt: „ Israels Hoheit, Fall und Wiederaufrichtung." Die Veranlassung hierzu war, wie Ref. auf anderem Wege erfahren, eine von einem pietistischen Pastor zu Stettin unter derselben Aufschrift gehaltene Predigt, die den Fall Israels herausstafsirte, und seine Wiederaufrichtung auf dem bekannten Wege suchte. Unser Redner behandelte den darauffolgenden Sabbat dasselbe Thema, und mit solchem Feuer, mit einer Innigkeit mnd Wahrheit, die ihn als einen seinem Fache gewachsenen Mann zeigt. Sehr geistreich ist-seine Auffassung des Midrasch zu Genesis 13, 16 und der dortigen dreifachen Vergleichung mit dem Staube, in welcher der Redner die Anspielung auf Israels Hoheit, Fall und Wiederaufrichtung fand. — Herr vr. Meisel scheint uns ganz ein jüdischer Prediger zu sein; er handhabt die Homiletik, wie sie der dem Juden eigenen Auffassung und Geistesrichtung zusagt.. Möge er seinem Berufe sich weiter mit Fleiß widmen: wir glauben ihm den besten Erfolg vöraussageu zu dürfen. F. S^bb nmiibai bx'-w* •pH, oder Landeskunde von Kanaan, nebst einer Karte. Von I. Gans, Lehrer der israelitischen