Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- Seite 65 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine theologische Bibliographie. 65 spricht zum Volke; er kann sich also nicht beruhigen mit dem ‘ftV’ er darf keinen Anlaß geben zu einem tn und dieser findet sich hier vielfach. — Der Vers, läßt sich auch durch das diesen Reden Vorgesetzte Ziel zu mancher unglücklichen Deutung und sogar zum Widerspruche verleiten. LLenn er (S. 137) aus Jeremias 23, 7. 8. „es werden Tage kommen, wo man nicht mehr sagen wird, so wahr Gott lebt, der die Kinder Israel aus dem Lande Mizraim hat herausgeführt, sondern ff. aus dem Lande des Nordens ff." folgern will, daß das Pasachfest (so schreibt der Verf.) in seiner bisherigen Weise aufhören werde, so ist dieses nicht nur eine willkürliche, sondern eine unwahre Interpretation, die zwar bei Vielen, die trotz ihrer den Alten gemachten Vorwürfe die Worte aus dem Zusammenhänge reißen und sie nach Belieben verdrehen, an der Tagesordnung ist; doch bei dem Vers., wie wir ihn als einen Mann der Redlichkeit hier achten lernen, erscheint ein solches Verfahren sehr befremdend. Und wenn er nun selbst diese Weissagung des Propheten auf die Erlösung aus der babylonischen Gefangenschaft beziehet (S. 138), so widerspricht er sich, da im zweiten Tempel das Päsachfest unstreitig in noch mehr als „seiner bisherigen Weise" gefeiert wurde. — Wir erwähnen noch Manches in formeller Hinsicht. Die Predigten haben meistens zwei, auch drei Terte, die zwar eines Inhalts sind, aber doch durch ihre Vielheit stören. — Sehr unglücklich ist zuweilen der Verf. in seinen Erordien. So in der fünften Predigt „Licht und Warme in der Religion, am Pasachfest", wo der Redner darin, „daß die nöipn nicht nur in den Frühling der Sonne, sondern auch (nach Talmud und Maimonides) in das Neulicht des Mondes fallen soll, das Zeichen wahrnimmt, „daß auch die Befreiung des Geistes durch den Strahl desHimmelslichts^in der göttlichen Offenbarungslehre gefeiert werden soll, und hieran die hohe Bedeutung des Pasachs, daß wir in ihm das Licht und die Warme des Glaubens feiern" knüpft. Neben diesem geschraubten Eingänge hat die Predigt, die Levit. 6, 5. 6. (!) zum Tert nimmt, nicht den leisesten Anklang an das Pasachfest, keine Erwähnung desselben; als ob es nicht noch nähere und in das Leben eingreifendere Momente und Andeutungen in diesem Feste gebe, als die weitgffuchten „Licht und Wärme". Ebenso verunglückt ist das Erordium in der Rede bei „Einweihung einer Synagoge", das damit beginnt (S. 153), „daß leider! unser Gottesdienst großentheils jenen Anforderungen (der Andacht) nicht entspricht. Jahrhunderte der Finsterniß haben das Licht verdunkelt ff." Der Redner hätte nicht vergessen dürfen! iw vn; der Reformator soll nicht allenthalben hervortreten wollen. Gelegenheitsreden müssen ganz anders aufgefaßt werden als gewöhnliche Predigten: in diesem Erordium war unstreitig mehr das Entstehen und Zustandekommen des einzuweihenden Gotteshauses hervorzuheben: für Klagen und Tadel mochte noch im Verlaufe der Rede ein Plätzchen aufzufinden ge-