Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- Seite 63 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht über Synagoge und Schule. 63 Gut werden konnte, daß ihm noch heute nur der kleinste Theil der Gemeinde anhängt und, (wir haben es von Manchem seiner Anhänger selbst behaupten gehört), auch von diesen würden Viele der Synagoge treu geblieben fein, ja. würden noch heute zu ihr zurückkehren, wenn diese aus ihrer Lethargie, erwachend sich von ihrer Gesunkenheit erheben würde. In dem Sinne jener Richtung ist auch die israelitische Freischule organifirt, was schon daraus erhellt, daß darin der Unterricht im Hebräischen, in der heiligen Schrift und den dazu gehörenden^ Fächern cheils gar nicht, theils in so kleiner homöopathischer Dosis gereicht wird, daß Eltern, die ihre Kinder hierin unterrichtet zu sehen wünschen, und nun aus Mangel einer besseren sich gezwungen fühlen, ihre Kinder in diese Schule zu schicken, genöthigt sind, den sogenannten jüdischen Unterricht durch Privatstunden im Hause zu ersetzen. Wie es aber möglich sein konnte, daß während der ganzen 25 Jahre, daß jene Stiftung offen in der Gemeinde hervorgetreten, während die Anstalten, die im Sinne ihrer Koryphäen errichtet, durch die größten und anerkennungswerthesten Opfer von Seiten ihrer Anhänger erhalten, vergrößert, verschönert und verbessert worden, man von der andern Seite so stille stehen, so weit zurückgehen, in solche unverzeihliche Lethargie'versinken konnte, ist eine Erscheinung , die dem Entfernten: gewiß unerklärlich scheint. Wir behalten uns, daher vor, in späteren Blättern die Gründe, die nach unserer schwachen Einsicht das Uebel zu Wege gebracht und befördert, zu entwickeln, und werden es versuchen, die Mittel anzugeben, die unseren kranken Gemeindekörper aufrichten und mit Gottheiten könnten. Allgemeine theologische Bibliographie. Gottesdienstliche Vortrage, gehalten von Dr. Elias Grünbaum, Rabbiner des Bezirkes Landau in der Pfalz. Carlsruhe. A. Bielefeld. 1844. XII. und 181. Der Verfasser übergibt hier diese Predigten, zehn an der Zahl, zunächst den Angehörigen seines Sprengels, und spricht sich in der Vorrede mit ungemeiner Bescheidenheit, aber auch mit anzuerkennendem Freimuth über die Tendenz aus, die er verfolgt. ,,Er huldigt dem entschiedenen Fortschritte; allein Fortschritt ist nicht ein Abfall von dem Gegebenen, nicht ein völlig Anderssein und Gestalten des Vorhandenen, sondern ebenem Fortschreiten in dem gegebenen ursprünglich angebahnten Wege. Der Fortschritt läugnet nicht das Frühere, er will es nur begreifen und in seinem Geiste fortbauen; der Fortschritt klammert sich nicht an an verknöcherte Formeln, denen Leben und Bedeutung entflohen sind, und die im Widerspruche stehen mit dem in-