Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- Seite 61 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht über Synagoge und Schule. 6t der Funke angezündet wird, der die That beleben soll, die er geist- und sinnlos übt im Leben. Warum entfernt er sich täglich mehr von der Synagoge, warum wird sie stets leerer, die Lückerr stets empfindlicher, warum ist der Jugend der Synagogen-Besuch eine Last statt einer Freude? Weil Ihr aus Jndifferentismus, aus Gleichgültige keit, aus Stumpfsinn Euch nicht zusammen thut, und der Synagoge ein würdevolles, ihr und den Anforderungen der Zeit gebührendes Kleid verleihet, weil Ihr, während Ihr Eure Hauser in Paläste umwandelt, die Synagogen in Schutt versinken, weil Ihr Alles um Euch verschönert, verbessert, und die alte Synagoge in altem Schmutze verkümmern laßt. Zuweilen, wenn wir von vorzunehmenden Verbesserungen der Synagoge sprechen , wird uns der Einwurf entgegen gehalten, man dürfe deßhalb nicht an dem Bestehenden rütteln, weil Denjenigen, die die Synagoge am häufigsten, die sie täglich besuchen, sie in ihrem jetzigen Zustande vollkommen genüge, und sie sie so erhalten wissen wollen. Die Jnertie, die Faulheit und der Jndifferentismus können keinen trügerischern Satz aufstellen, als diesen. Ich möchte alle die Leute, die diese Einrede machen, täglich vor die Thüren der Synagogen rufen, ihnen die Leute vorführen, die da herauskommen und siefragen, ob sie außer den Leidtragenden, oder die der Sterbetag der Eltern hingeführt, unter zehn drei finden, die sie überhaupt um Rath fragen möchten, in geistigen, ja selbst in materiellen Interessen, ob drei unter zehn sind, die sich das Judenthum, das, was es ist, und was es von uns fordert, die Zeit, was sie ist, und was wir ihr geben müssen, zum klaren Bewußtsein gebracht; ob ihr Rath ihnen als Autorität gelten könne bei der Gründung irgend eines religiösen Institutes? Ist es die durchaus materielle Richtung unserer Zeit, ist es der Götzendienst des Materialismus, dem man in unserm geschäftsthätigen Hamburg jede Minute opfern zu müssen glaubt, ist es der Verfall der Synagoge, die Art und Weise, wie sie hier austritt, wie sie bei uns in Widerspruch getreten ist mit allen unseren Anforderungen und Neigungen , ist es die Lauheit in religiösen Dingen überhaupt, — kurz, es ist Thatsache, daß die Synagoge täglich nur noch von einer geringen Schaar treuer Anhänger besucht wird, und unter diesen viele, die die Gewohnheit oder die Pietät für alte Erinnerungen dazu treibt. Der größte, der bei weitem größte Theil unserer Gemeinde, die ganze Jugend, der ganze große und Gottlob bei allen Vernachläßigungen noch kräftige Kern unserer jüdischen Gemeinde besucht die Synagoge am Sabbat und an Fest- und Fasttagen. Dieser Kern aber ist es, der erhalten, der gekräftigt, gestärkt werden muß, die Schwachen sind es, die gestählt, die Entfernten, die herangezogen werden müssen, wenn das Ganze erhalten werden soll. ‘ . „Ein Geschlecht geht, ein Geschlecht kommt, und die Welt bestehet