Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- Seite 48 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Die MissiaSidee rc> forscher in den großartigen Scenen unseres Planeten die ununterbrochene Arbeit wahrnimmt, die aus den wilden Gebilden fruchtbare Ebenen, Hügel und Thale schasst, und in allen diesen leisen oder gewaltsamen Umwandlungen nichts anderes, als die Vorbereitung zu einer Herrschaft des Vernunftlebens und zur Erringung eines geistigeren Zustandes aus einem materiellen erkennt: mit derselben Zuversicht und Gewißheit sieht der Offenbarungsgläubige in allen Kämpfen ringender Kräfte der Menschheit, in allen Stürmen der geistigen Natur, in jedem Zerstörungsgange der Geschichte und insbesondere in dem langen, schmerzlichen und leidenvollen Weltgange seines eigenen Stammes, als Trägers der reinen Gottes- und Messiaslehre, einzig und allein die Arbeit des großen und heiligen Weltgeistes zur endlichen Verwirklichung der Messiasidee und zur Darstellung des Gottesreiches auf Erden. Die gesetzmäßige Arbeit der Natur, die ihre Felsen in fruchtbares Erdreich umwandelt, setzt sich fort, indem sie zugleich einen höheren und geistigeren Charakter annimmt, in dem Kampfe und dem Ringen der Menschheit, und dieß ist das lichte Ziel, das unser Glaube uns seit Jahrtausenden vor die Seele gestellt, das er, und nur er allein in still erhabener geistiger Einsamkeit unserem inneren sehenden Auge eröffnet hat. Glücklich ist ein Volk zu nennen, das zum Hüter dieses Schatzes und zum Priester dieses Heiligthumes von der Vorsehung erkohren worden ist; selbst dann ist es noch glücklich zu preisen, wenn es auch nur auf dem Dornenpfade eines langen Märtyrthumes in armseliger Knechtesgestalt im Inneren das Erhabenste zu offenbaren berufen ist; selbst dann noch ist der Priester selig zu preisen, wenn er zugleich auch als Opfer auf dem Altäre der Menschheit bluten muß. — Aus seinen Leiden, aus seinem Blute sproßt das Heil, und der leiblich überwundene Dulder wird gleichwohl zum siegreichen Helden, der das Panier des göttlichen Königthumes aller Völker der Erde voran zu tragen gewürdigt worden ist. Ist es wahr, was einer unserer tiefsinnigen Weltweisen von der Menschheit sagt, daß man ihr Alles rauben könne, nur die Entwickelungsfähigkeit nicht; denn mit ihr vernichtete man sein eigenstes Wesen: so bewährt sich abermals die Tiefe der Messiasidee in ihrer ursprünglichen Reinheit. Ihre Analogie und Vorspiel findet sie in jener noch andauernden Fortbildung unseres Erdkörpers, wie ihre Bestätigung in dem Berufe Israels, in seinen Leiden und in seinem ganzen Erdenwallen, das sich in seinen hervorragendsten Personen, in den Lehren und Verkündigungen der Propheten offenbart. Diese kleine Schaar darf sich der Knechtschaft Gottes wohl rühmen, denn aus ihr sind die Wächter — die Hüter eines erhabenen Gedankenreiches hervorgegangen, wenn auch die Masse, aus welcher diese hohen Gestalten hervorragen,- noch immer