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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-02-01 · 2 (Februar 1845) · p. Seite 47

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
2 (Februar 1845)
Date
1845-02-01
Page
Seite 47 (sequence 9)
Language
German
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Die Messiasidee ic. 47 Wer demnach die Messtasidee mit einer Opfer- oder Aussöhnungslehre in Verbindung setzen wollte, der würde nicht im Offenbarungsbegriffe, sondern im Heidenthume stehen; denn nur die Voraussetzung eines Abfalls nach der heidnischen Vorstellung giebt als integrirende Consequenz die Opfer- und Versöhnungslehre. Nur ein totales Verkennen des wahren Wesens der Offenbarung kann beide Anschauungen mit einander vermischen. Die ganze Opferlehre weist auf einen heidnischen Begriff hin, der im Worte dtxouoovvri ausgedrückt wird; es ist eine antike Compensationstheorie, nach welcher die Ueberzeugung waltete, daß die weise Natur das Mangelhafte auf eine andere Art und an einem anderen Orte compensire, und daraus folgt die ganze Lehre von der stellvertretenden Genugthuung dieser Gerechtigkeit Gottes, oder der genau wagenden Natur. Diese physisch-heidnische Aequivalententheorie steht nun in schroffem Gegensätze zur Lehre von der freien That und der Gnade Gottes, wie sie im A. T. vorgestellt wird. Der Nachsatz entspricht so seinem respectiven Vordersätze: die Genugthuungslehre der vom Abfalle; die Lehre vorder Zukunft der von der Vergangenheit. Die Zukunftslehre der Offenbarung stellt sich uns dar, als die reine Messiasidee, ohne politisch-legitimistischen Zusatz einer Davidischen Descendenz, die eben so nach dem fremdartigen Gelüste „eines Königes, wie die Völker um uns her," schmeckt, als die Opferordnung dieses ganzen fremdartigen, sinnlichen Heidenvolkes. Die Offenbarung lehrt uns eine immer heller und heller aufsteigende Zukunft; eine immerdar wachsende Erkenntniß, eine stätige Veredlung des humanen Lebens, das seinen Scheitelpunkt im GotteSreiche oder der Messiaszeit erreicht. Das Wesenhafte dieser Epoche ist der Sieg der Freiheit über das Gesetz der Natürlichkeit; die Herrschaft der Sittlichkeit über die Sinnlichkeit; die allgemeine Ueberzeugung von der Kraft und der Wahrhaftigkeit des Reichs des Geistes und seines Sieges über das Reich der Materie, der physisch-organischen oder heidnischen Theorie von Gott, Menschen und Welt. Alle die altheidnischen Vorstellungen von der Descendenz gewisser Menschen und Familien von Gottheiten und alle auf ihnen begründeten Ansprüche auf Privilegien, und alle eingebildeten Prärogative der Geburt und des Erbadels müssen schwinden vor dem feierlichen Proteste der Offenbarungslehre, vor dem Siege des Gottesreiches, des Reiches des Geistes und seiner Freiheit, über die organische Legitimität und das ihr entsprechende Sklaventhum der Unedlen. Vor Gott und dem Rechte sind Alle gleich; Ein Adelsdiplom bleibt nur noch unter den' tausend vermoderten falschen unverweslich zurück, das: im Ebenbilde Gottes ward er erschaffen! Mit derselben zuversichtlichen Ruhe, mit welcher der edle Natur-

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