Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 2 (Februar 1845)
- Date
- 1845-02-01
- Page
- Seite 44 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Die MesfiaSidee >c. lehrt einzig das A. T. Diese frohe Botschaft an die Menschheit, diese Verheißung und Ankündigung einer lichtern Zukunft der Geschichte, hebt an mit dem Bunde und dem Segen Abrahams, seht sich durch die Patriarchenzeit fort, und erreicht ihren höchsten Glanz mildem traurigen Verfalle des politischen Reiches in den Verkündigungen der Propheten. Wenn wir nunmehr diese Gegensätze in kurze Ausdrücke fassen wollen, so können wir sie also bestimmen: das Heidenthum ist eine Religion der Vergangenheit: das Judenthum der Zukunft. Jenes die Vorstellung eines statig sinkenden: Dieses eines statig steigenden Menschenthumes. Jenes ohne Schluß und Ziel: Dieses mit der Zuversicht einer endlichen Verwirklichung der menschlichen Bestimmung in der Idee des messianischen Reiches auf Erden. Zu diesen bezeichnenden Gegensätzen des heidnischen zum jüdischen Bewußtsein fügt sich dann der bedeutsamste noch hinzu, der darin liegt, daß der Mythus in allen seinen Herrlichkeiten einer Urzeit, in der menschlichen Unschuldsepoche nur die Bestimmung eines Sinnlichen, eines Lebens voll Behaglichkeit und Ruhe im ewig ungestörten Genüsse der Kraft und Gesundheit als Ideal menschlicher Zustände aufzustellen vermochte: die Offenbarung aber in ihrem Paradiese der Zukunft, in der messianischen Zeit statt des sinnlichen, ein sittliches Moment als Ausgangspunkt aufstellt, und sie als die Epoche höheren, allgemein verbreiteten Lebens in Gott, in tieferer Erkenntniß seines Heiles, und im Genüsse seines wunderbaren geistigen Anschauens und in Ausübung seines heiligen Willens auf Erden schildert und verkündet. Hat nun aber das Heidenthum nur eine Vergangenheit voller Glanz und Freuden, dagegen aber eine Zukunft voller Nacht und Erniedrigung; und hat dagegen das Judenthum eine Vergangenheit (selbst im Gan-Eden) ohne solchen Glanz und ohne jene Herrlichkeit, dafür aber eine Zukunft voller Friedens und höherer, seliger Freuden: so begreift jeder, daß für die Geschichte der Menschheit mit dem Auftreten der Religion der Zukunft, die der Vergangenheit ihre Endschaft erreicht, und ihre Mission als eine vorübergegangene angesehen werden müsse. Die heidnische Religion hat ihre Sendung vollbracht und der jüdischen ihre Zukunft abgetreten. Nur diese hat noch immer ihre hochheilige Mission in sich, und die Aufgabe der Zeit ist, diese in ihrer klarsten Reinheit zum Bewußtsein zu bringen, und mit derselben klaren Reinheit in Wort und That, im bürgerlichen und kirchlichen Leben, im Wandel und Gottesdienste zu ihrer Wahrheit zu erhöhen vor den Augen der ganzen Menschheit. Das Heidenthum ist theils neben dem Judenthume abgestorben, und wird in diesem Processe des Absterbens neben