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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-02-01 · 2 (Februar 1845) · p. Seite 43

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
2 (Februar 1845)
Date
1845-02-01
Page
Seite 43 (sequence 5)
Language
German
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Die Messiasidee ic. 43 Rettung und ohne Hoffnung einer jemaligen Wiedererhebung in bessere, glücklichere Zeiten. Das Paradies der Heidenwelt lag in einer längst vergangenen Zeit, und ist unwiederbringlich von der Erde 'verschwunden. Wenn wir nun mit dieser Vorstellung die ihr etwa entsprechende im A. T. vergleichen, so stellen sich folgende bemerkenswerthe Unterschiede heraus: 1) die heidnische Sage spricht von einem gleich fertigen Menschenvolke: das Alte Testament kennt nur Ein Menschenpaar. 2) Jene räumt eine lange Reihe von Jahrhunderten, ein langes Walten des Saturn, zu einer solchen Epoche ein: Dieses nicht ganz die flüchtigen Stunden eines einzigen Menschenlebens; oder, wie einige Ausleger es deutend angeben, nicht einen einzigen ganzen Tag. 3) Jene schildert besonders das Glück eines physisch unverdorbenen Zustandes, und hebt diesen hervor: Dieses richtet das Augenmerk besonders auf den sittlichen. 4) Jene läßt deßhalb die Menschenstämme ohne Mühe und Arbeit ein rein animales Leben führen: wogegen Dies e s schon ursprünglich auf ein Arbeiten, auf ein Herrschen über die Thiere, ein Bearbeiten und Hüten des glückseligen Gartens hinweist. 5) Jene läßt das Menschengeschlecht, man weiß nicht recht weshalb, in allmälig traurige Verhältnisse hinabsinken: Die ses giebt einen plötzlich erfolgten Fall aus einem sittlichen Grunde an. So abweichend nun beiderlei Vorstellungsarten von der Vergangenheit des Menschengeschlechtes und dem Zeitabschnitte, in welchem die Geschichte der Urzeit verlief u. s. w., sein mögen, so Weichen beide noch auffallender in Beziehung auf die Vorstellungen v o n d e r Zukunft von einander ab. War die Vergangenheit im Heidenthume eine Epoche des Glückes und des Friedens: so war seine Zukunft eben so dürftig als trostlos. Alle Seligkeit, alle Höhen des Menschengeschlechts lagen ihm rückwärts; vorwärts nichts, als Versunkenheit und Elend. Selbst nach dem Tode erwartete es nur ein ödes Vergessen und einen Zustand zwischen Sein und Nichtsein, einen Zustand der Ohnmacht, in seinem Hades. Von einer dereinstigen Erhebung, Veredlung, von einem Fortschritte der Menschheit findet sich kaum eine Ahnung. Selbst die hochgepriesene Lichtlehre Zoroasterö kannte keine Zukunft des Menschengeschlechts, als nur ein Schwinden der Gegensätze, und eine Wiederkehr des vom Lichte Abgefallenen, und seine Auflösung im allgemeinen Lichte, dem s. g. guten Principe. Bei allen diesen Vorstellungen ist noch das erheblich, daß ihre Zukunft immer in ein Jenseits verlegt wird: eine veredelte Zukunft fürs Erdenleben, eine geistigere, sittlichere Aera der Menschheit im Ganzen noch hienieden, kennt und

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