Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 1 (Januar 1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Recensionen. nes, weil, wie bekannt, -er Gebrauch des ErzeS, als eines schneidenden Instrumentes, im hohen Alterthume und bei uncultivirten Völkern nicht bekannt war, und daß man sich hierzu allgemein der steinernen Messer bediente (Das.). Wir dürfen uns jedoch das Zeitalter Moses nicht ganz roh und halbwild vorstellen. Nach Moses ist die Kunst- Eisen und Erze zu schneiden, antidiluvianisch ^Gen. 4, 22). Man erinnere sich auch an den goldenen Frauenschmuck,, mit welchem Elieser die Rebekka beschenkte, dessen Verfertigung dieKenntniß subtiler eherner Werkzeuge voraussetzt, andre Waffen der damaligen Völker, an die eiserne Rüstung der Egypter, an die Kunstarbeiten beim Stiftszelte. Die Alten vermieden aber das Eisen bei chirurgischen Operationen, weil sie Wunden durch Eisen hervorgebracht für schwerer heilbar hielten (tristot. Probl. 55, 56 p.834. Jebamoth76a. Sabb. 134 a. Cholin 77 a). — Durch die Erklärungsweise der Stelle in Jeremia 9, 24 glaubt der Verfasser für die Nich tbeschneidung der Egypter einen historischen Grund zu erhalten (S. ll). Wohl hätten die hierüber geführten gelehrten Streitigkeiten erspart werden können, wo der Wortsinn so deutlich für die Beschneidung der Egypter spricht.^ Auffallend wäre es, Jeremias im Widerspruche mit so manchen alten Historikern, einem Herodot, Clemens Alerandrinus, Philo zu finden, welche von der Veschneidung der Egypter berichten (wenigstens der Priesterkaste und der Vornehmen aus der Kriegerkaste, s.KurtSprengel's Gesch.der Medicin l.. Th. S. 86, womit der Zweifel des Verfassers S. 18 wegfällt). Vielmehr reihet Jeremia Egypten vor Jehuda, daß weiter kein Zweifel obwalten kann, daß Egypten und Jehuda die Klasse der beschnittenen Völker bilden (auch stellt sich gegen die Behauptung.des Verfassers fS. 23) heraus, daß die Edomiten sich nicht beschnitten). Diese jeremianische Stelle congruirt nun ganz mit Jecheskel 31, 18. — Eben so ungegründet ist die Annahme des Verfassers (S. 12), Jecheskel spreche (K. 44. 7, 9) von jüdischen Unbeschnittenen, daher der„beachtenswerthe und wichtige" Beitrag zur" Geschichte der Beschneidung für uns in ein Nichts zerfällt. Jecheskel redet von unbeschnittenen Fremdlingen, von Heiden, die zu manchen Bedienstungen im Tempel zugelassen worden (womit das S. 52 allegirte Citat aus dem Theodoret zu berichtigen ist). Und gerade der Umstand, daß Esra und Nehemia sich nicht über Vernachlässigung der Veschneidung beklagten, was sie, wenn es erforderlich gewesen Ware, bei ihren Reformen gewiß nicht unterlassen hätten, liefert den negativen Beweis, das Beschneidungsgesetz sei um jene Zeit durchgehends befolgt worden. — Gewagt ist es, die Conjecchr, die Beschneidung habe bis zu den Zeiten der Makkabäer blos in dem Transversalschnitte bestanden, und diePeria feierst um diese Zeit, um dem Epispasmus Schranken zu setzen, eingeführt. worden, nicht als solche, sondern assertorisch als eine gegebene Wahrheit hinzustellen (S. 13,15) und auf dieser noch nicht festste-