Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 1 (Januar 1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Recenstonen. 33 Darstellung zu geben (Einleitung). Wir wissen dem eruditen Verfasser Dank, die Literatur der Beschneidung mit einem das ganze Gebiet derselben umfassenden Werke (mit Ausnahme des Rituals) beschenkt zu haben, und ihm bleibt das Verdienst, in neuester Zeit (unseres Wissens) der Erste gewesen zu sein, welcher die Geschichte der Beschneidung wissenschaftlich zu bearbeiten unternommen, was von den Vorgängern gar nicht oder nur höchst dürftig geschehen; gleichwohl dürfte der Verfasser für sein Werk das Epitheton der Vollkommenheit nicht in Anspruch nehmen, die auch von dem, der ein früher brachgelegenes Feld zu bearbeiten hat, nicht gefordert werden kann. Da aber der Gegenstand keineswegs als erschöpft angesehen werden darf, und unbezweifelt noch manches Talent an ihm sich versuchen wird, ehe die Acten geschlossen werden können, so ist es um so nothwendiger, das bereits Geleistete der Kritik zu unterziehen, als durch einmal ausgesprochene Jrrthümer die Veranlassung gegeben ist, entweder daß fie von spateren Schriftstellern auf Treu und Glauben angenommen werden , oder daß aus ihnen weitere Jrrthümer gefolgert werden können. Wir versuchen daher unserer Seits, dem Verfasser nach den drei Gestchtspunkten seiner Abhandlung an der Hand der Kritik zu folgen. Unbestreitbar muß mit dem Verfasser dafür gehalten werden, daß die Geschichte der Beschneidung eben so interessant als nützlich ist, und wirerkennen, daß ihre Bearbeitung als sehr verdienstlich gewürdigt zu werden verdient, mögen wir auch dem Verfasser darin nicht beipflichten können, daß der geschichtliche Nachweis, wie die einzelnen Kulte entstanden und sich hervorgebildet haben, in ihrer Gesammtheit eben nur den Compler einer Religionsgeschichte bildet (S. 4), indem, wie es uns bedünkt, eine Religionsgeschichte sich zuvörderst mit der Aufsuchung der dieser Religion zu Grunde liegenden Uridee befaßt, dann ihre formative Evolution und Fortbildung, ihre Erpanfion und ihre mit der Zeit erlittene Modifieatkonen entwickelt. Ein Aggregat der Geschichten ihrer einzelnen Kulten wird daher noch keine Geschichte der Religion eonstruiren; denn hätten wir auch die Geschichten aller Kulten als Ausflüsse dieser Rekigionsidee, so müßten wir dann allenfalls erst die Geschichte der Religionsidee aus ihnen synthetisch zu entwickeln suchen. Wenn wir nun hierin anderer Ansicht sind, verkennen wir keineswegs den Werth und die Wichtigkeit der Geschichte eines jeden Cultus, insbesondere muß eine Geschichte der Beschneidung, wie sie nun eine Zeitfrage geworden, zur Ermittelung und Feststellung ihrer religiösen Geltung unentbehrlich sein. —- Das 1. Kapitel handelt von der Geschichte der Beschneidung. — Ob Zippora ihr Kind befchnitt, um Moses vom Tode zu retten, (S. 7), laßt der Bibeltert unentschieden. Nach einer Meinung im Talmud (Neda 52 a) war es das Kind, das in Todesgefahr gerieth. — Zippora, sagt der Verfasser, verrichtete die Befchnekdung mittelst eines scharfen Stei- Frankel, Zeitschrift I. 3