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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-01-01 · 1 (Januar 1845) · p. Seite 32

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
1 (Januar 1845)
Date
1845-01-01
Page
Seite 32 (sequence 32)
Language
German
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32 Recerrfionen. zu Tage fördert; und so wie in der moralischen Welt jede Versuchung Läuterung und Ungemach Festigkeit und Verklärung bewirkt, so muß und wird auch das Zermalmung drohende Beginnen des Reformvereins nur wohlthätige Folgen haben und die Feststellung des wesentlichen Religionmaterials bewirken. So hat nun ihr erster praktischer Schritt eine gründlichere Discussion über eins der wichtigsten Ceremonialgesetze zur Folge*). Auch von Seiten der Aerzte ist, und zwar mit vollem Rechte, die Beschneidung in neuerer Zeit zum Objecte einer ausschließenden Betrachtung genommen und bereits Manches zur Belehrung der Laien, zur Verbesserung der bisher gewöhnlichen Procedur, zur Sonderung der wesentlichen Momente von unwesentlichen Zuthaten, zur Abschaffung von Mißbräuchen, ja auch den ästhetischen Anforderungen zu genügen und das Anstandsgefühl Verletzende zu entfernen, unternommen worden. Nach den Vorgängern Collin unv Terquem stellte sich der Verfasser des uns vorliegenden Werkes die Aufgabe: „Versuchsweise alle auf die Beschneidung bezüglichen Daten zusammen zu tragen und kritisch zu beleuchten, um dem Leser einen Ueberblick über die zerstreuten Materialien zu verschaffen-und ihn in den Stand zu setzen, die neuesten Debatten hierüber zu beurtheilen." Er handelt den Gegenstand nach dem dreifachen Gesichtspunkte, der Geschichte, der Kritik und der Mediein ab, und versucht hiervon eine erschöpfende *) Meines Erachtens ist die eigentliche Beschneidungsftage nicht schwer zu erledigen. Die Beschneidung wurde Abraham für ihn und seine Nachkommen auf ewige Zeiten als Zeichen des Bundes geboten (Gen. 17) und von Moses nicht aufgehoben, vielmehr durch die Weisung, das neugeborene Knablein am 8. Tage nach der Geburt zu beschneiden (Lev. 12, 3, gleichlautend mit dem an Abraham ergangenen Gebote Gen. 17, 12), bestätigt. Ceremonien, als Zeichen eingesetzt, finden wir mehrere (Sabbath, Tephillin), die eine dieandere nicht aufheben oder' entbehrlich machen, sondern neben einander ihr Bestehen haben. Wer die Stelle Lev. 12, 3 mit dem Ref.-V. nicht als directes Gebot annehmen zu müssen glaubt, kann doch nicht in Abrede stellen, daß die Beschneidung durch Moses, das Organ Gottes, so wie sie Abraham geboten worden, beibehalten wird (wollte der Ref.-V. leugnen, daß Moses das Organ Gottes war, dürfte er sich nicht Ref.-V., des Judenthums nennen, allenfalls Ref.-V. des Menschengeschlechtes, da das Judenthum auf den Offenbarungsglauben basirt ist). Es handelt sich nun um die Frage: ob vermöge des Fortbildungsprincips das Judenthum im Allgemeinen rbra N1L2 für die gauze Nation abzuschaffen vermag, oder ob das Judenthum, den Sabbath, den Jom Kippur yüt einem Schlage abschaffen, öderen am Peffach ein für alle Mal erlauben kann, und dieß wird wohl jeder Jude mit Nein beantworten müssen. — Wie ein nicht beschnittener Jude sich zum Judenthume verhalte, ist, wie ich glaube, eine viel untergeordnetere Frage; dem mag aber sein, wie ihm wolle, stehet doch die Verbindlichkeit der Beschneidung für das Judenthum unbezweifelt fest.

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