Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 1 (Januar 1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Bericht über Synagoge und Schule. mffe angesetzten und angeschwemmten tswa, alle entweder wirr und unverstanden, unordentlich und unverständlich von der Masse durcheinander geschrieen oder zur Abwechselung geschmacklos und ohrzerreißend von dem Vorsänger vorgeleiert. Dieser versteht fast nichts von dem, was er vorträgt; wie sollte es ihm möglich sein, durch seinen Vortrag auf Andere zu wirken, da er selbst nichts-fühlt und nicht ergriffen ist. Es begnügen sich aber auch diese Vorsänger, wie gewöhnlich, nicht mit dem bloßen Recitiren der Worte, sondern sie weben eine Masse Noten, Kadenzen und Triller ein und ertödten mit Gewalt auch den letzten Funken von Andacht. In der anderen Synagoge, der sogenannten großen Schule, weil ste in der That die größte ist, ist's im Grunde nicht viel besser. Das Gebäude ist zwar einigermaßen Heller und freundlicher, aber das Leben darin ist ganz dasselbe; es sind dieselben Vorsänger, es herrscht dieselbe — Ordnung. Eine einzige Ausnahme bilden hier die sabbathlichen Vorträge des geistlichen Beamten, denen größtentheils zur Aufgabe gestellt zu sein scheint, den Standpunkt des Judenthums in der Geschichte des jüdischen Volkes, in der Menschheit nachzuweisen und zu erklären. Zu dem Verständnisse dieser Vorträge wird aber noch wendig dieKenntniß des Judenthums, seiner Geschichte, seiner Lehre vorausgesetzt, und Das wird unserer Jugend nicht gelehrt, dafür hat die Gemeinde keine Schulen, dafür besoldet sie keinen Lehrer Zum Theil nun auch versteigen sich die Reden in erhabene philosophische Spekulationen, in metaphysisch-mystische Grübeleien, die der Zuhörer gänzlich unverständlich sind. \ (Fortsetzung folgt.) Uecenswnen. Die Beschneidung, vom historischen, kritischen und medicinischen Standpunkt. Mit Bezug auf die neuesten Debatten und Reformvorschlüge. Von vr. Bergson, Arzt in Berlin. Mit einer Steindrucktafel. Verlag von Th. Schert. Berlin, 1844. XVJ. und 143 S. Zu den erfreulichen Erscheinungen, die in neuerer Zeit im Judenthume hervortraten, gehören unstreitig die Bestrebungen sachkundiger und für das Wohl ihrer Nation besorgten Männer, auch die Beschneidung nach allen Gesichtspunkten, von dendn aus sie ein Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung werden kann, zu beleuchten, und aus den Ergebnissen gewisse Resultate für die Praxis zu gewinnen. Das Feld der theoretischen Forschung über* die Beschneidung wurde in Mitten des Judenthums wenig bebauet, und es schien, - als hielte man eine wissen-