Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 1 (Januar 1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht über Synagoge und Schule. 29 namentlich an den tfwtotaw, auch nicht ausrekchen, so sorgen die Vater der Gemeinde dafür, daß die armen Stellenlosen, wohl 4 bis 500 an der Zahl, auf einem großen Tabaksspeicher (dem würdigsten Platz für den heiligsten Gottesdienst) eingepackt werden-! Die kleinen Synagogen, denen Ln der Regel nicht mehr Mittel , zu Gebote stehen, als einer armen Dorfgemeinde, leisten natürlich auch nicht mehr als solche. Zum Theil auch find fie noch, ärger als diese, in der Regel in engen Zimmern, in dunklen, schmuzigen Sackgäßchen belegen, so nothdürstig als irgend möglich ausgestattet; das Vorsängeramt, das allein weder einen Menschen beschäftigen, noch ernähren kann, wird von Männern des verschiedenartigsten Gewerbes versehen, ohne daß auf Talent, auf Verständniß des Vorzutragenden, auf die allernothwendigsten Erfordernisse zu einem solchen Amte irgendwie Rückficht genommen werden kann. Von Ordnung, von Würde, von äußerem Schmucke und innerlicher Erhebung kann in diesen, jeder Oberaufsicht ermangelnden, demokratischen Versammlungen nicht die Rede sein. Wer vor 20 — 30 Jahren noch die Synagogen kleiner .mwfa kennen zn lernen Gelegenheit hatte, der findet hier Ln den Hamburger Winkelsynagogen das treueste Abbild derselben. Dennoch werden fie alle besucht und gefüllt, weil in den großen Synagogen kein Platz ist, weil man irr der rran die Bequemlichkeit hat, im strengsten Neglige erscheinen zu können, weil man da (es werden dort auch an Festtagen außer an den i' kelne'Piutim gesagt), sehr früh anfängt, und sehr früh fertig ist, das Geschäft des Vetens daher am Sabbath schon um 8 Uhr spätestens abgemacht hat! Diese einfachen Thatsachen bedürfen unserer Meinung nach weder eines Comrnentars, noch einer „Moral," einer ,,Nutzanwendung." Laut und deutlich sprechen sie und legen Zeugniß ab von der Zerrissenheit und Gesunkenheit des jüdischen Gemeinwesens in einer der reichsten und größten Gemeinden Deutschlands. Wir wenden uns von ihnenab, und fassen die beiden Hauptsynagogen ins Auge. — Wir erblicken hier dieselben Bilder vor ein Vergrößerungsglas geschoben. In der einen, einem niedrigen, dumpfigen, halbdunklen Raume, in welchem dem Frommen der Blick nach der Höhe durch das theilweise unverkleidet gelassene rothe Ziegeldach so anziehend als möglich gemacht ist, tveht dem Eintretenden die Schauder erregende Luft des Mittelalters mit solcher Allgewalt entgegen, daß den fühlenden und denkenden Juden, ehe die Alles abstumpfende Gewohnheit ihn mit diesem Anblicke einigermaßen ausgesöhnt hat, eine unheimliche, düstere, melancholische Stimmung ergreifen muß, die schon von vorn herein die ernste freudige Erhebung zu Gott nicht zuläßt, und dem andächtigsten Gemüthe einen schweren Dämpfer aufsetzt. Die Gebete^ die alten ehrwürdigen geiststarkenden und gemütherhebenden Gebete der nVftth nwo wie die von der Zeit und dem Bedürf-