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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-01-01 · 1 (Januar 1845) · p. Seite 28

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
1 (Januar 1845)
Date
1845-01-01
Page
Seite 28 (sequence 28)
Language
German
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28 Bericht über Synagoge und Schule. kennen lernen, die er in dem bewegten Strome des Wochenlebens vergessen hat? Sind die Anstalten, die den jüdischen Jügling, die jüdische Jungfrau, den jüdischen Mann zurückführen sollen zu seinem besseren Ich; find sie so eingerichtet, daß sie ihre Bestimmung erfüllen, ihren Zweck erreichen können? Mit den schmerzlichsten Gefühlen müssen wir leider auch diese Frage verneinen. Zu diesen Anstalten gehört vor Allen die Synagoge. Synagoge Verfammlungshaus nannten es unsere Vater; das Haus, wo sich die im Leben, in dem Kampfe, in den Mühen des Lebens, in feinen verschiedenen/ sich oft durchkreuzenden Bestrebungen getrennten Glieder und Gemüther der Gemeinde versammeln, wo sie sich wieder einigen sollten und auch einigten zu einem Familienbunde, wo der Arme neben dem Reichen, der Intelligente neben dem Beschränkten, wo Freund und Feind neben einander und mit einander auf gleicher Stufe, mit gleichen Gaden, mit gleichen Ansprüchen zusammen hintreten sollten vor Gott. Versammlungsplatz, wo der Mensch sich seine Kräfte, die geistigen, die er im Gewühle des Lebens abgestumpft, sammeln sollte, inne halten von dem Rennen und Jagen des Lebens, rückwärts und vorwärts, in sich und über sich blicken, sein besseres Ich wiederfinden und mit ihm das richtige Urtheil über Gott und Welt, über sich und sein Volk, über Israel und seinen Beruf. So nannten es die Väter, dieses sollte ihnen die Synagoge sein, und sie entsprach auch dieser Forderung. SH ule nennen wir sie, Schule, wo der Jüngling, der Mann die Lehre fortsetzen, wir sie ausbilden, in uns bekräftigen und zur Beherzigung derselben uns anfeuern und anregen sollen; die Lehredie wir als Knaben in unser reines unschuldiges Gemüth ausgenommen, das seither von dem Hauche der Zeit angeweht, den Glanz der Jugend und Reinheit verloren hat. Ja, die Lehre vom Judenthume, seinen Erfordernissen und seinen Segnungen, die wir, die unsere heutige Jugend in der Schule und im Hause erhält, zu bekräftigen, bedarf es nicht einmal der baufälligen Gotteshäuser unserer Gemeinde. Nicht wollen wir hier das oft, fast bis zum Uebermaaß behandelte Thema von Choralgesängen und Piutimstürmerei besprechen, nicht davon reden, was die Synagogen sein könnten, auch nicht darauf Hinweisen/ wie sie in andern Gemeinden rnij so glänzender äußerer Ausstattung, in so schönem und segensreichem innerlichem Wirken bestehen und täglich neu erstehen; aber fragen möchten wir, was denn die hiesigen Synagogen in der That sind, wie sie sind, wozu sie da sind, welche Bedeutung sie in solcher Verfassung in unserer Gemeinde haben.A Es bestehen in unserer Gemeinde zwei sogenannte Hauptsynagogen, die aber beide, selbst am gewöhnlichen Sabbathsgottesdienste, viel zu klein sind; dem Mangel an Raum wird dckher durch eine Menge kleiner Schulen, m-ari, öto, Klausen u. s. w. .abgeholfen, und da diese an hohen Festtagen,

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